10.02.2009 · „Ich fühle mit ihm“, sagte Weltmeister Aksel Svindal, der vor rund 15 Monaten bei einem schweren Ski-Unfall selbst nur knapp mit dem Leben davongekommen war, über Titelverteidiger Daniel Albrecht, der noch immer im künstlichen Koma liegt.
Als Aksel Svindal im Schneegestöber von Val d'Isere zum dritten Mal eine Goldmedaille umgehängt bekam, waren die Gedanken des Norwegers für einen Moment in Innsbruck. Dort liegt der gestürzte Ski-Rennläufer Daniel Albrecht seit bald drei Wochen im künstlichen Koma, seinen WM-Titel in der Super-Kombination musste der Schweizer nun kampflos an Svindal abtreten.
„Ich fühle mit ihm“, sagte Svindal, denn er wusste, wovon er sprach: Der 26-Jährige war vor rund 15 Monaten bei einem schweren Ski-Unfall nur knapp mit dem Leben davongekommen. Während Albrecht in diesen Tagen aus seinem Tiefschlaf geweckt wird und niemand mit Gewissheit sagen kann, ob er je wieder auf eine Piste zurückkehren kann, krönte Svindal am Montag seine unglaubliche Leidensgeschichte.
„Unglaublicher Sportsmann“
Bei einem Trainingssturz am 27. November 2007 in Beaver Creek hatte sich ein Ski in Svindals Oberschenkel gebohrt und die Arterie nur um Millimeter verfehlt. Beim heftigen Einschlag ins Sicherheitsnetz zog er sich Knochenbrüche im Gesicht zu - die Saison war für den Gesamtweltcupsieger und Doppelweltmeister gelaufen. Was folgte, war die Qual der Rehabilitation, in deren Folge der Modellathlet zehn Kilogramm Gewicht verlor.
Erst im Februar begann er wieder mit dem Training - genau ein Jahr vor der WM, die nun sein großes Ziel war. Doch plötzlich ging alles schneller, als er erhofft hatte: Zu Beginn des WM-Winters gab er als 13. beim Riesenslalom von Sölden sein Comeback, Anfang Dezember gewann er Abfahrt und Super-G - auf seiner Unglücksstrecke in Beaver Creek (USA) (siehe: Ski alpin: Svindal fühlt sich „wie Supermann“)
„Unglaublich stolz“, sei er auf den „unglaublichen Sportsmann“ Svindal, sagte Marius Arnesen damals. Und es überraschte kaum, dass Norwegens Cheftrainer nach Svindals zweiter Medaille in Val d'Isere nach Super-G-Bronze exakt die gleichen Worte für den Musterschüler fand. „Fantastisch, wie er dieses Rennen durchgezogen hat. Das war eine Machtdemonstration. Jetzt freue ich mich auf den Riesenslalom“, fügte Arnesen noch an. Im Riesenslalom ist Svindal Titelverteidiger.