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Ski alpin Der doppelte Walchhofer - „eine irre Leistung“

08.02.2009 ·  Eine verwirrte Rennleitung ließ den Österreicher Michael Walchhofer bei der Abfahrt noch einmal starten, ehe sie ihre Entscheidung wieder zurücknahm. Hermann Maier wollte seinem Teamkollegen „die diamantene Tapferkeitsmedaille“ umhängen.

Von Peter Penders, Val d'isère.
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Uppps - das hätte im Fall der Fälle aber extrem peinlich für den Internationalen Ski-Verband (FIS) werden können und herbe Fragen nach der Professionalität aufgeworfen. Der Österreicher Michael Walchhofer durfte nämlich gleich zweimal bei der WM-Abfahrt starten, weil nach seinem ersten Versuch zunächst angenommen worden war, der Startrichter habe ihn trotz einer wegen der Nebelschwaden von Renndirektor Günter Hujara angeordneten Rennpause starten lassen. Also durfte Walchhofer noch einmal auf die extrem kraftraubende Strecke und verbesserte sich tatsächlich vom zwölften auf den neunten Rang (siehe: Abfahrt der Herren: Kucera gewinnt die Königsdisziplin).

Hätte der Weltmeister von 2003, der zu den großen Favoriten für dieses Rennen gehört hatte, aber das Unmögliche geschafft und wäre mit seiner zweiten Fahrt doch noch zum Medaillengewinner geworden, wäre die ohnehin große Verwirrung komplett gewesen. Denn hinterher wurde der zweite Versuch doch wieder nicht in die Wertung aufgenommen. Zwei Stunden nach dem Rennen kam die Rennjury nach dem Videostudium des Vorfalls nämlich zur erstaunlichen Erkenntnis, es habe alles seine Richtigkeit mit dem ersten Start gehabt.

„Das war eine irre Leistung von Michael“

Alles andere wäre für die FIS allerdings auch peinlich gewesen, denn einen Athleten trotz einer Rennpause auf die Strecke zu lassen, würde wohl zumindest den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit erfüllen. Schließlich werden Rennpausen von Streckenposten bisweilen auch dazu genutzt, um die Piste auf die Schnelle wieder herzurichten. „Noch einmal bei einer Abfahrt zu fahren, das ist mir noch nie passiert. Der Start-Stopp ist überhört worden, als ich gerade rausgefahren bin. Es gab da oben ein ziemliches Durcheinander“, sagte Walchhofer. Nach seiner Nebelfahrt aber musste er völlig entkräftet erst einmal überlegen, als ihm im Ziel die Gelegenheit offeriert wurde, noch einmal zu starten.

Natürlich nahm er dann das Angebot wahr, schließlich ging es um die Weltmeisterschaft. Zweimal und öfter aber fahren nur Touristen mit demselben Paar eine Abfahrt hinunter. Für Skirennfahrer geht das nicht, weil ihre Ski nach der rasanten Fahrt auf Eispisten kaum noch Belag haben und die Kanten ramponiert sind. In aller Eile also wurde ein neues Paar ausgesucht, während sich Walchhofer per Helikopter wieder zum Starthaus fliegen ließ. Eine besondere Chance, im zweiten Versuch doch noch weit nach vorne zu fahren, gaben ihm die Kollegen da allerdings schon nicht mehr. „Zweimal diese irrsinnig anstrengende Strecke innerhalb von einer halben Stunde hinunter - das hätte ich nicht gemacht“, sagte Hermann Maier, der seinem Teamkollegen dafür hinterher „die diamantene Tapferkeitsmedaille“ umhängen wollte. Auch der Schweizer WM-Zweite Didier Cuche staunte über die Kondition seines österreichischen Kollegen und warf sich in gespielter Ehrfurcht vor ihm in den Schnee.

„Das war eine irre Leistung von Michael“, sagte der österreichische Alpinchef Hans Pum, und das letzte Wort hatte wie so oft Hermann Maier: „Als er seine Zeit gesehen hat, hat er gleich gefragt, ob er nicht noch ein drittes Mal runter dürfe.“ Nein, durfte er nicht. Und hätte er vermutlich auch nicht mehr gekonnt.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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