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Alpine Ski-WM Aufstehen und weitermachen - irgendwie

05.02.2009 ·  Einen Tag nach ihrem schweren Sturz ist Maria Riesch beim zweiten Abfahrtstraining in Val d'Isere sicher ins Ziel gekommen. „Ich habe auch genügend Schmerzmittel geschluckt“, sagte sie. „Ein Champion geht durch so etwas durch“, meinte ihr Trainer.

Von Peter Penders, Val d'Isère
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Das ist das Schöne an einer WM mit zwei Strecken, die sich direkt gegenüberliegen: Im Notfall kann man schon einmal die Übungsfahrten auf beiden Pisten gleichzeitig beobachten. Zu sehen gab es am Donnerstag bei dem zweiten Abfahrtstraining der Frauen und der ersten Übungsfahrt der Männer nicht viel - hüben wie drüben gingen alle mit der gebotenen Vorsicht zur Sache.

Vor allem bei den Frauen, bei denen es aus deutscher Sicht nach dem Trainingssturz der Partenkirchnerin Maria Riesch vom Mittwoch eine gute Nachricht gab: Sie war wieder am Start trotz Prellungen im Rücken- und Wirbelsäulenbereich und einer Zerrung im Innenband des linken Knies. „Das merke ich während der Fahrt nicht, aber ich habe auch genügend Schmerzmittel geschluckt“, sagte die Deutsche, die vor ihrem Sturz als Mitfavoritin in der Superkombination an diesem Freitag galt. Aber nun, nach diesem Schreckmoment? „Die Erwartungen sind sicher etwas geschrumpft“, sagt sie.

„Ein Champion geht durch so etwas durch“

Aufstehen und, wenn es irgendwie geht, gleich wieder weitermachen - Skirennfahrer haben ein einfaches Rezept, wie sie solche Stürze verarbeiten. Die Liste derer, die an einem Tag im Fangzaun lagen und am nächsten schon wieder auf dem Siegerpodest standen, ist lang, das prominenteste Beispiel machte Hermann Maier 1998 bei den Olympischen Spielen in Nagano weltberühmt.

„Ein Champion geht durch so etwas durch und steckt es weg“, hatte der deutsche Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold am Mittwoch gesagt und den Vorfall heruntergespielt. Tags darauf lobte er seine aussichtsreichste WM-Starterin, die mit einer Sicherheitsfahrt die Strecke bewältigt hatte: „Sie hat sich die Linie angesehen und ihre Aufgabe gut gelöst.“

Besser als am Tag zuvor hatten auch die Pistenarbeiter ihre Aufgabe erledigt. Anders als die Herrenstrecke „Face de Bellevarde“, die aufgrund ihrer starken Beanspruchung extrem vereist wurde, ist die Frauenpiste am Berg „Solaise“ eine reine Kunstschneestrecke. Doch vom weißen Gold hatte am Mittwoch ziemlich reichlich neben der vorgesehenen Fahrlinie gelegen und war vielen zum Verhängnis geworden. Einmal in den weichen Schnee geraten, war schließlich ein Korrigieren kaum mehr möglich. Am heftigsten hatte es die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, zuletzt noch Siegerin in Cortina d'Ampezzo, getroffen. Nach einem Kreuzbandriss ist die Saison für sie beendet.

„70 Prozent der Starterinnen werden überfordert sein“

„Was sie hier an Strecken präsentieren, liegt am obersten Limit“, sagt der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier und steht mit dieser Meinung nicht allein. Selbst die besten Fahrerinnen sehen der Abfahrt auf dem engen Gelände mit gemischten Gefühlen entgegen. „Der Kurs dreht sehr stark, und man bekommt keinen Rhythmus“, sagt die Amerikanerin Lindsey Vonn.

Die frische Superriesenslalom-Weltmeisterin war im Training wieder die Schnellste und ist auch in der Kombination die große Favoritin. „Aber wenn man einen Fehler macht, liegt man schnell im Fangzaun“, warnt sie. Fehler werden allerdings viele machen, davon ist Maria Riesch überzeugt: „70 Prozent der Starterinnen werden mit dieser Strecke überfordert sein.“

„Bei gutem Licht wird das eine spektakuläre Abfahrt“

Gegenüber, auf der „Face de Bellevarde“, stöhnen die Männer ebenfalls über eine sehr drehende Kurssetzung, allerdings lässt das ebenfalls enge und steile Gelände kaum eine andere Möglichkeit zu. Während bei den Frauen nach den vielen Ausfällen vom Mittwoch, als 34 der 65 Starterinnen entweder stürzten oder wegen Torfehlern disqualifiziert werden mussten, ein Tor versetzt wurde, müssen die Pistenarbeiter auf der Männerstrecke noch einmal zur Schaufel greifen.

Beim ersten Training ordnete Renndirektor Günter Hujara an, dass die Fahrer vor dem tückischen Zielsprung abbremsen mussten. Bei der ersten Besichtigung war aufgefallen, dass die Läufer nach dem flachen Schanzentisch auf dem stark abfallenden Hang extrem hoch und weit springen würden. „Bei gutem Licht wird das aber eine spektakuläre Abfahrt“, sagt Aksel Lund Svindal, der Dritte des Superriesenslaloms. Genau das versprechen die Wetterprognosen für das Wochenende allerdings nicht.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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