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Biathlon-WM Verloren im Kampf mit der Windenergie

21.02.2009 ·  Der Wind wehte den WM-Titel davon: Kati Wilhelm musste als Schlussläuferin der deutschen Staffel in die Strafrunde, während die Russinnen fehlerlos blieben. Im Ziel hatte das deutsche Quartett silberne WM-Medaillen gewonnen - über die sich besonders Magdalena Neuner freute.

Von Claus Dieterle, Pyeongchang
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Voll erwischt. Gegen Böen fehlen einem manchmal die Mittel. Kati Wilhelm hat diese Erfahrung am Samstag im Wind-Kanal von Pyeongchang gemacht. Mit dem dritten WM-Titel vor Augen, als Schlussläuferin der 4 × 6-Kilometer-Staffel. Zunächst allein am Schießstand, aber dann im Kampf mit der Windenergie vom Glück verlassen.

„Es hat mir brutal reingeweht“, sagte die dominierende Biathletin dieser Weltmeisterschaft über den Moment der Entscheidung. Drei Nachlader reichten nicht, eine Scheibe blieb stehen – Strafrunde. Die Russin Olga Saizewa nahm das Geschenk an und war am Ende um eine Minute und fünfzehn Sekunden voraus (siehe: Frauen-Staffel: Am Schießstand den Sieg vergeben). Und im Ziel feierten die russischen Fans lautstark den ersten Sieg ihres geschwächten Teams, nachdem die Doping-Sünderinnen Ekaterina Jurjewa und Albina Achatowa nach Hause geschickt worden waren. Martina Beck, Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Kati Wilhelm blieb – vor der französischen Equipe – nur Silber. Nur? „Wir wollten alle Gold“, sagte Kati Wilhelm, „wir waren ja auch die Favoritinnen.“ Und Titelverteidiger.

Für Neuner „glänzt dieses Silber wie Gold“

Aber mit Selbstläufern ist das so eine Sache. Zumal wenn der Wind ständig Richtung und Intensität wechselt. „Der hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte die Thüringerin. Den anderen erging es nicht viel besser. Selten hat man so viele Skijägerinnen so lange am Schießstand warten sehen – darauf, dass der Wind nachlässt. Es war ein rekordverdächtiges Fehlschuss-Festival, bei dem nur vier von 22 Teams – darunter Russland – ungeschoren davonkamen. Bis zu 13 Strafrunden sammelten die anderen – eine absolute Seltenheit. So gesehen, sind die drei Extra-Runden der deutschen Skijägerinnen halbwegs in Ordnung.

Zwei davon gingen auf das Konto von Magdalena Neuner. Dennoch war die 22 Jahre alte Wallgauerin sichtlich erleichtert. „Für mich glänzt dieses Silber wie Gold“, sagte sie. Zwei Tage hat sie im Bett verbracht und diese WM innerlich schon abgehakt. Ziemlich bitter für eine, die bei den letzten zwei Weltmeisterschaften sechs Titel gesammelt hatte.

Die vierte Medaille für Kati Wilhelm

Aber dann kam sie mit ärztlicher Hilfe doch noch auf die Beine. Und die zwei Strafrunden? „Ich hatte Probleme mit dem Repetieren, und das hat mich aus dem Konzept gebracht.“ Jetzt sei sie froh, nicht mit leeren Händen heimfahren zu müssen. Und Kati Wilhelm ist nahtlos in die Rolle der zehn Jahre jüngeren Kollegin geschlüpft, mit je zweimal Gold und Silber.

Erwischt hat es am Samstag auch den anderen Medaillensammler dieser WM. Ole Einar Björndalen ging, den vierten WM-Titel vor Augen, im Finale des Massenstarts die Kraft aus. Was die Österreicher Dominik Landertinger und Christoph Sumann zum Doppelsieg vor Iwan Tscheressow (Russland) nutzten. Platz vier vor dem Altenberger Michael Rösch war nicht das, was der Norweger erwartet hatte (siehe: Biathlon-WM: Österreichischer Doppelsieg - Rösch Fünfter).

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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