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Biathlon-WM Björndalen vor Stenmark

17.02.2009 ·  Mit seinem dritten WM-Titel in Pyeongchang hat Ole Einar Björndalen zugleich seinen 87. Weltcupsieg gefeiert. Und der „Kannibale“ denkt nicht daran, das Kleinkalibergewehr in die Ecke zu stellen: „Mein Ziel ist es, bis 2014 zu laufen.“

Von Claus Dieterle, Pyeongchang
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Jetzt hat er ihn endlich, den Rekord. Jetzt hat er den Alpin-Heros Ingemar Stenmark übertroffen. Der Schwede hatte es seinerzeit auf 86 Weltcup-Siege gebracht. Ole Einar Björndalen kommt, rechnet man seinen Weltcup-Erfolg im Langlauf hinzu, seit Dienstag auf einen mehr. Mit seinem dritten WM-Titel in Pyeongchang hat der Norweger eine Marke aufgestellt, an der sich künftige Generationen wohl die Zähne ausbeißen werden.

Zumal der „Kannibale“ trotz fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren nicht daran denkt, das Kleinkalibergewehr in die Ecke zu stellen: „Mein Ziel ist es, bis 2014 zu laufen.“ Da könnten dann gut die 100 voll werden. Aber soweit sind wir noch nicht. „Stenmark zu schlagen ist ein Traum von mir gewesen“, sagt Björndalen. „Er war niemals müde und immer hungrig. So wie ich eben bin.“ Fünf olympische Goldmedaillen und 13 WM-Titel sprechen für ungezügelten Appetit.

Viel Talent und absoluter Wille

Natürlich hat Klein-Ole jede Menge Talent mitbekommen. Das allein macht das Phänomen Björndalen aber nicht aus. „Es ist die Mischung aus Talent und dem absoluten Willen, mehr als alle anderen zu trainieren“, sagt Roger Grubben, der den Biathleten viele Jahre betreut hat: „Er will wissen, wo seine Grenzen liegen.“ Das Motto der Björndalschen Besessenheit lautet: „Ein Tag ohne Training ist ein verlorener Tag.“ Der Norweger mit Wohnsitz in Obertilliach/Osttirol gilt in der Branche als der Perfektionist schlechthin.

Nach seinem historischen Sieg hätte sich Björndalen auch als Athletensprecher profilieren können. Mit ein paar deutlichen Worten zu den russischen Dopingfällen. Da stockte der Redefluss. Für ihn zähle nur das nächste Rennen, und der Fall sei für ihn abgehakt: „Die drei Überführten sind weg, und der Rest des russischen Teams ist für mich sauber.“ Ein schwacher Auftritt.

Tschudow gibt sich betroffen

Maxim Tschudow war überraschenderweise deutlich gesprächiger. Der Russe war am Dienstag der Erste, der zu den Doping-Vorfällen öffentlich etwas zu sagen hatte: „Es ist sehr unangenehm, was in unserem Team passiert ist. Aber es ist nicht in Ordnung, dass sich die anderen Nationen von uns abwenden. Wir sind alle Menschen. Redet mit uns, aber nicht über uns.“ Allerdings hatte man bisher nun wirklich nicht den Eindruck, als seien die Russen sonderlich offen für das Thema. Oder gar betroffen.

Tschudows Version klingt anders. Er habe in den letzten zwei Tagen nur vier oder fünf Stunden geschlafen. „Die Situation ist sehr belastend für uns.“ Es war ein Appell an die anderen, nicht so hart zu sein. Dass die Russen an ihrer Situation selbst schuld sind, sagte Tschudow nicht. Der Perfektionist saß neben ihm – und schwieg.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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