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Olympischer Fackellauf 2008 Über den Mount Everest, aber nicht durch Taiwan

11.07.2007 ·  Der Fackellauf unter dem Motto „harmonische Reise“ führt an 145 Tagen über 137.000 Kilometer durch alle fünf Kontinente. Aus politischen Gründen lehnte Taiwan die Route aber ab. Proteste gab es auch am Basislager des Mount Everest in Tibet.

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Das Olympische Feuer wird auf dem Weg zu den Spielen 2008 in Peking sogar auf den Mount Everest klettern. Der Fackellauf wird der längste in der Geschichte der Olympischen Spiele. Er werde mehr Menschen zusammenbringen und größere Gebiete als je zuvor abdecken, hieß es am Mittwoch in Peking bei der feierlichen Präsentation der 137.000 Kilometer langen Route über fünf Kontinente. Die farbenfrohe Zeremonie am Millenium Monument, die in einem großen Feuerwerk endete, wurde allerdings überschattet von dem Streit mit Taiwan über die Route.

Taipeh wurde zwar als Station verkündet, doch soll die Fackel danach nach Hongkong weiterreisen. Diese Route „kann nicht wahrhaft den Status Taiwans widerspiegeln, deswegen lehnen wir es ab“, sagte der Vorsitzende des Olympischen Komitees in Taiwan, Tsai Chen-wei, in Taipeh. Das isolierte Taiwan, das Peking nur als abtrünnige Provinz betrachtet, sieht damit seine Souveränität herabgesetzt. Taipeh besteht darauf, dass die Fackel aus einem Drittland nach Taiwan kommt und in ein Drittland weiterreist. Das wiederum will Peking nicht akzeptieren, da es Taiwan als Teil Chinas betrachtet.

„Harmonische Reise“

Der dennoch „harmonische Reise“ genannte Fackellauf steht unter dem Motto „Entzünde die Leidenschaft, teile den Traum“. Das rot-silberne Design der 72 Zentimeter hohen und in China entwickelten Fackel zeigt traditionelle chinesische Wolkenmuster, die „Wolken des Versprechens“ genannt wurden und Glück verheißen sollen.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sagte bei der Zeremonie in Peking, der Fackellauf werde „neue Träume für die Menschen überall auf der Erde schaffen“. Den Aufstieg auf den 8844 Meter hohen Mount Everest wird das Olympische Feuer im Mai 2008, wenn die besten Wetterbedingungen herrschen, mit einem speziellen Fackeldesign für sauerstoffarme Luft versuchen. Schon bei der Ankunft in Peking im März 2008 wird das Olympische Feuer in einer Laterne gesichert, falls etwas schief laufen sollte.

Proteste am Basislager

Der Fackellauf durch Tibet ist umstritten. Am Vortag hatten vier amerikanische Aktivisten am Basislager des Mount Everest dagegen protestiert. Sie beklagten, dass damit die „brutale Besetzung Tibets verschleiert“ und Chinas Herrschaft über das größte Hochland der Erde anerkannt werde. Die Aktivisten hatten auf einem Banner das Motto der Spiele um die Forderung nach Unabhängigkeit Tibets erweitert: „Eine Welt, ein Traum, befreit Tibet 2008.“

Die vier amerikanischen Bürger wurden festgenommen. Ihr Schicksal war ungeklärt. Das Außenministerium teilte nur mit, Ausländer in China müßten die Gesetze achten. „Sie dürfen nicht in Aktivitäten verwickelt sein, die Souveränität und territoriale Integrität Chinas zu spalten“, sagte der Sprecher Liu Jianchao. Die Kommunisten hatten Tibet nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking der Volksrepublik eingegliedert.

Von Griechenland nach Peking

Das Olympische Feuer wird zunächst von Griechenland nach Peking und dann über die alte Seidenstraße nach Almaty in Kasachstan und rund 20 andere Städte in der Welt sowie kreuz und quer durch China reisen, bevor am 8. August 2008 bei der Eröffnungsfeier der Spiele die Flamme im „Vogelnest“ genannten Olympiastadion in Peking entzündet wird.

Weitere Stationen sind Istanbul, St. Petersburg, London, Paris, San Francisco, Buenos Aires, Daressalam in Tansania, Muscat in Oman, Islamabad, Mumbai (Bombay), Bangkok, Kuala Lumpur, Jakarta, Canberra, Nagano in Japan, Seoul, Pjöngjang und Ho Chi Minh Stadt. Dann sollte die Flamme nach dem Willen der Organisatoren in Peking die strittige Reise nach Taipeh antreten, ehe es weiter nach Hongkong, Macao und durch eine Vielzahl chinesischer Städte geht.

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