Seit Samstag laufen sie, die zweiten „Oscar-Pistorius-Festspiele“. Diesmal gibt es keinen Usain Bolt und keinen Mo Farah. Diesmal gibt es nur ihn, den „schnellsten Mann auf keinem Bein“. Beim ersten Lauf hatte er gleich gezeigt, dass diese Bühne ihm gehört - doch beim zweiten verlor er gleich das erste Gold. Trotz Führung bis kurz vor dem Ziel verlor er das 200-m-Finale mit sieben Hunderstelsekunden völlig überraschend gegen den Brasilianer Alan Oliveira. Hinterher beklagte sich Pistorius über zu hohe Stelzen der Rivalen, die durch das neue Reglement erlaubt sind. „Es war nicht unfair, er hat sich an die Regeln gehalten, aber Fakt ist: So schnell war er bisher noch nie. Auch nicht annähernd“, sagte der Südafrikaner, dem zahlreiche Konkurrenten beipflichteten.
Bei Pistorius’ Begrüßung jubelten die 80.000 Zuschauer im Olympiastadion lauter als bei jedem britischen Sieg, als nach 200 m des Halbfinals im Ziel die Weltrekord-Zeit von 21,30 Sekunden aufblinkte, legten sie noch einige Dezibel drauf. Die Niederlage am Sonntag schien die Zuschauer fast genauso zu schocken wie Pistorius, der bei seinen vier Starts allenfalls über 100 m kein Gold einkalkuliert hatte. „Die Briten haben die Paralympics in ihr Herz geschlossen“, sagte der immer noch viermalige Paralympics-Sieger über die fanatischen Zuschauer.
Dass den Südafrikaner auf der Insel inzwischen praktisch jedes Kind kennt, ist nun auch belegt. Denn der 25-Jährige ist in Großbritannien zur Comic-Figur aufgestiegen. Als „Oscar Victorious“ wirkt er im Band „The Beano“ mit.
War ja zu erwarten...
Matthias Stemme (Kockjey)
- 03.09.2012, 16:44 Uhr
He is the most selfish sportman I have ever known / er personifiziert
die Selbstherrlichkeit ...
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 03.09.2012, 11:21 Uhr
Mein Eindruck
Christian Meyleran (ChristianMeyleran)
- 03.09.2012, 10:16 Uhr