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Paralympics Peinliche Mess-Panne

 ·  Schon Betty Heidler litt bei Olympia unter einer falschen Messung. Auch bei den Paralympics gibt es nun eine peinliche Panne. Die Ukrainerin Marija Pomazan muss ihr Gold wieder abgeben - weil das Messgerät falsch programmiert ist.

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© AFP Marija Pomazan warf weit genug, um Gold zu gewinnen - sagt zumindest das Messgerät

Zwanzig Tage nach der peinlichen Panne um die deutsche Hammerwerferin Betty Heidler haben auch die Paralympics ihren ersten Mess-Skandal. Wegen angeblich falsch programmierter Messgeräte waren gleich in zwei Disziplinen die falschen Ergebnisse veröffentlicht worden. Besonders peinlich: Bei den Diskuswerferinnen hatte das falsche Ergebnis über sechs Stunden Bestand, die Medaillen waren sogar schon verliehen worden, bevor das Versehen auffiel.

Die „richtigen“ Medaillen-Gewinner werden nun am Samstag in einer neuen Ehrung ausgezeichnet. In dem Kugelstoß-Wettbewerb der Männer, der ebenfalls betroffen war, hatte die Siegerehrung noch nicht stattgefunden. Hier war der Leverkusener Frank Tinnemeier als Zehnter nach drei Würfen nicht ins Finale vorgedrungen, er wird von dem Fehler nicht profitieren.

Die Ukrainerin Marija Pomasan muss ihre unter großem Jubel bereits erhaltene Goldmedaille nun wieder abgeben und erhält stattdessen am Samstag Silber. Die Chinesin Qing Wu rückt vom Silber- auf den Goldrang. Ihre Landsfrau Jiongyu Bao muss Bronze abgeben und geht nun als Vierte leer aus. Dafür wird die zunächst auf Rang fünf geführte Australierin Katherine Proudfoot nun unverhofft zur Medaillen-Gewinnerin.

Um kurz vor 11.53 Uhr Ortszeit (12.53 Uhr MESZ) hatte das IPC noch eine Jubelstimme der vermeintlichen Paralympics-Siegerin Pomasan veröffentlicht. „Das ist alles sehr emotional für mich. Als ich realisiert habe, dass ich Gold gewonnen habe, war das einfach unglaublich. Das ist eine unvergessliche Erfahrung“, hatte die Ukrainerin gesagt: „Ich werde mich jetzt nicht ausruhen können, sondern will weiterhin beweisen, dass Ukrainer die besten sind.“

Erst um 17.21 Uhr Ortszeit (18.21 MESZ) wurde das korrigierte Ergebnis bekannt gegeben. Danach gab es keinerlei Zitate, weder von Offiziellen, noch von den Sportlerinnen. Immerhin entschuldigte sich das Internationale Paralympische Komitee (IPC) in der Mitteilung bei den Athletinnen. Angeblich war der Fehler zustande gekommen, weil die Rechner nicht richtig auf das sogenannte Raza-System umgestellt waren.

Dieses kommt zum Einsatz, wenn Sportler mit unterschiedlicher Behinderung mit einem Multiplikator-System direkt gegeneinander antreten. Pomasan hatte zweieinhalb Meter weiter geworfen als Wu, hatte wegen der minder schweren Behinderung im Endeffekt aber vier Punkte weniger als die Chinesin.

Pannen bei Olympia: Fehler, Diskussionen, Proteste

Schon in Peking 2008 hatten zwei Fälle von falsch vergebenen Medaillen für Aufsehen gesorgt. So hatte der Berliner Schwimmer Thomas Grimm sein unter Tränen verliehenes Gold über 100 Meter Brust wieder abgeben müssen, weil die Disqualifikation des Mexikaners Pedro Rangel wegen eines erwiesenen Fehlverhaltens aufgrund von Formfehlern aufgehoben wurde.

Bei Olympia war am 11. August der fünfte Versuch von Betty Heidler von der elektronischen Weitenmessung nicht richtig erfasst worden. Die Weltrekordlerin aus Frankfurt bekam aber nachträglich Bronze.

Quelle: FAZ.NET mit Material vom sid
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