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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Paralympics Auch Kober holt Gold

 ·  Der fünfte Wettkampftag bei den Paralympics hatte es für die Deutschen in sich: Zuerst Gold im Diskus durch Sebastian Dietz, kurz danach legte Tischtennisspieler Holger Nikelis nach. Am Abend warf Birgit Kober mit dem Speer Weltrekord und holte ebenfalls Gold.

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© AFP Mit Rekordweite zu Gold: Speerwerferin Birgit Kober

Goldener Wochenbeginn für das deutsche Paralympics-Team in London: Erst triumphierte Diskuswerfer Sebastian Dietz, dann zauberte Tischtennis-Ass Holger Nikelis, und zu später Stunde warf Birgit Kober ihren Speer auf Rekordweite im Olympiastadion. Hinzu kamen in der Dressur Silber und Bronze durch Britta Näpel und Angelika Trabert, Silber von Schwimmerin Verena Schott sowie Speerwerferin Marie Brämer-Skowronek und Bronze mit der Kugel durch Michaela Floeth. „Einfach inspirierend! Bei den paralympischen Spielen findet man die wahren Champions“, twitterte der sechsmalige Leichtathletik-Olympiasieger Usain Bolt.

„Es ist unbeschreiblich“

Schon am Morgen ähnelte die Stimmung in der Tischtennishalle im Excel-Center von London der Davis-Cup-Atmosphäre im Tennis. Der nach einem Badeunfall gelähmte Kölner Rollstuhlfahrer Nikelis behielt die Nerven und setzte sich mit 3:1 (11:4, 11:6, 3:11, 11:6) gegen Jean-Francois Ducay aus Frankreich durch. „Ich kann das noch gar nicht glauben, es ist unbeschreiblich, der Franzose war der Schwerste im Feld“, sagte der 34 Jahre alte Sportler, der schon vor acht Jahren in Athen triumphiert hatte. „Hätte ich die Behinderung nicht, würde ich so etwas nicht erleben.“ „Wollmert und Nikelis sind absolute Profis, bei solchen Events bringen sie 120 Prozent“, lobte Trainer Karl-Heinz Weber die erfolgreichen Athleten an der Platte. Wollmert, dessen Hand- und Fußgelenke steif sind, war in der Nacht zum Dienstag ein lautstarker Empfang im Deutschen Haus in London bereitet worden.

Und schon am Montagmorgen sorgte ein großer deutscher Fanblock in der Halle abermals für richtig gute Stimmung. Trotzdem verpasste Stephanie Grebe aus Neumünster Edelmetall. Sie unterlag im Match um Bronze der Ukrainerin Julia Klimenko mit 1:3 (9:11, 11:7, 5:11, 9:11). Der 24-Jährigen fehlen Gliedmaßen an beiden Armen.

Im Olympiastadion setzte sich der nach einem Autounfall zum Teil gelähmte Dietz mit einer Weite von 38,54 Metern durch und feierte in den Armen von Trainerin Steffi Nerius den größten Erfolg seiner Karriere. „Das ist das Größte, einfach wunderschön“, sagte der 27 Jahre alte Herforder mit Tränen in den Augen und zitternder Stimme. Den Schlusspunkt mit Gold Nummer acht für Deutschland setzte die stark bewegungseingeschränkte Münchnerin Kober, die mit 27,03 Metern ihren eigenen Weltrekord verbesserte.

Die erst dritte Medaille für die noch nicht richtig in Schwung gekommenen Schwimmer holte im Aquatics Center die teilweise gelähmte Schott. „Ich wusste, dass ich auf der Kraulstrecke noch aufholen kann“, sagte die Berlinerin nach ihrem starken Endspurt, „dass es Silber geworden ist, ist gigantisch.“

Paralympics-Star Oscar Pistorius entschuldigte sich unterdessen für den Zeitpunkt seiner Vorwürfe gegen Bezwinger Alan Oliveira, nicht aber für den Inhalt. „Ich wollte niemals den Moment des Triumphes eines anderen Athleten schmälern“, sagte Pistorius. „Das war die Stunde von Alan, und ich möchte deutlich machen, welchen Respekt ich vor ihm habe“, sagte der Südafrikaner über den Goldmedaillen-Gewinner im 200-Meter-Lauf.

Pistorius hatte am Sonntagabend unmittelbar nach seiner Niederlage beklagt, der Brasilianer habe sehr lange Unterschenkel-Prothesen benutzt und sich so einen Vorteil verschafft. „Ich kann mit seiner Schrittlänge einfach nicht mithalten“, meinte Pistorius. „Das ist lächerlich.“ Das Internationale Paralympische Komitee IPC erklärte jedoch umgehend, Oliveira habe keine der bestehenden Regeln gebrochen.

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