Dieses Angebot ist ein Traum. Wer wollte sich nicht schon einmal wie ein Olympiasieger fühlen? Das ist nun kein Problem mehr, vorausgesetzt, man investiert 40 Pfund (umgerechnet 50 Euro). Jeder kann dann in den Betten nächtigen, in denen auch die Teilnehmer der Olympischen Spiele in London schlafen. Wer am nächsten Morgen allerdings kein böses Erwachen erleben will, sollte noch 49 Pfund dazulegen – dann gibt es auch die passende Matratze dazu.
Zwei kleine Haken hat die ganze Geschichte, von der die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet, aber. Zum einen werden die 11.000 Betten erst von Oktober an ausgeliefert, weil sie zuvor noch im Olympischen Dorf benötigt werden. Zum anderen erhält jeder Käufer zwar ein Zertifikat, das beweist, dass das Bett wirklich aus den Athletenunterkünften stammt. Wer aber tatsächlich darin schlief, bleibt das Geheimnis der Verkäufer der Firma „Ramler Furniture“.
Die Zweitverwertung der Betten ist nur ein kleiner Teil des olympischen Programms. Erst am Donnerstag betonte Olympiaminister Jeremy Hunt, dass die Spiele keine Millionengräber produzieren werden. Das Konzept, schon vor dem Bau die Nachnutzung der Sportstätten und des Parks zu sichern, werde voll aufgehen. Von acht Orten, die für eine Nachnutzung in Frage kämen, wären sechs schon vergeben, bei den anderen beiden stünde man in Verhandlungen.
Der Zeitplan der Olympischen Spiele 2012 im Überblick
Einige Sportstätten in London sind nur temporärer Natur – so viele wie noch nie, wie Olympia-Infrastrukturchef James Bulley betonte. Wichtig sei auch die Regeneration des Ostens der Stadt, in der das Olympiagelände entstand. Dort war die Erde mit Giften verschmutzt, vor dem Bau musste viel Boden abgetragen werden. Nach den Wettkämpfen sollen die Einheimischen hierherkommen – zur Arbeit oder in der Freizeit.
Die Betten, die „Ramler Furniture“ anbietet, sind nicht die einzigen Gegenstände, die nach den Spielen unter das Volk gebracht werden sollen. Die Einrichtung aus dem Ticketcenter etwa ist für 2500 Pfund zu haben. Wer es billiger mag, darf sich auch Kleiderbügel für je 50 Pence zulegen – die gibt es allerdings nur im Zehnerpack. Insgesamt stehen 14.872 Bettlampen, 6326 Kissen, 7496 Trockengestelle und 17.978 Klappstühle zu je acht Pfund zum Verkauf.
F.A.Z.-Sonderseite zu den Olympischen Sommerspielen 2012
Usain Bolt wird sich wohl eher nicht bedienen. Der Sprint-Weltrekordhalter aus Jamaika hätte zwar das nötige Kleingeld und womöglich einen ganz besonderen Bezug zu den Stücken. Doch schon im Trainingslager in Birmingham musste er nach der zweiten Nacht das Bett wechseln. Es war dem hochsensiblen Körper Bolts einfach nicht bequem genug. Nun nächtigt er in einem extra-angefertigen, orthopädisch-abgestimmtem Bett – und fühlt sich wie ein Olympiasieger.