Hockey ist ein schnelles Spiel. Bisweilen so schnell, dass man sich nach einem halben Jahr Auszeit wie ein Anfänger vorkommt, weil sich wieder einmal grundlegende Regeln geändert haben. Zuletzt war es die Möglichkeit, einen Freischlag als „Selbstpass“ auszuführen, die für Beschleunigung sorgte, bei manchem aber auch für Verwirrung.
Beim olympischen Vorbereitungsturnier in London nun war die halbe britische Mannschaft dem Tempo nicht mehr gewachsen. Als der Countdown für die Halbzeitpause abgelaufen war, pfiffen die Schiedsrichter wieder an - obwohl längst nicht alle britischen Spieler auf dem Feld waren. Gegner Deutschland nutzte die Überzahl prompt zum Führungstor.
Seine Mannen seien nicht Minuten zu spät gewesen, sondern nur ein paar Sekunden, klagte Jason Lee, der britische Trainer. „Aber der Ball ist so schnell, dass man nicht mehr rechtzeitig in Position kommt.“ Bundestrainer Markus Weise konnte sich zwar über die gedankenschnelle Reaktion seiner Spieler freuen. Für einen Geistesblitz der Regelhüter schien er das Ganze aber nicht zu halten: „Typisch Hockey.“ Er hätte auch sagen können: irgendwie überdreht.