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Olympia-Regelecke Das Wasser - glatt und schnell

 ·  Zehn Bahnen, obwohl nur acht genutzt werden. Drei Meter Tiefe, obwohl nur zwei üblich sind. Dazu gute Wellenbrecher und 26 Grad Wohlfühl-Wassertemperatur. Das Aquatics Center bietet optimale Rekordbedingungen.

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© dapd Tiefe Wasser sind schnell: je weniger Wellen, desto besser

Schwimmer haben ein besonderes Gespür für ihr Element. Sie merken, wenn das Wasser ein, zwei Grad wärmer oder kälter ist als gewohnt, wie das Wasser zusammengesetzt ist - und ob es schnelles Wasser ist oder nicht. Das mag esoterisch klingen, ist aber physikalisch zu erklären. Das Wasser im Londoner Aquatics Centre beispielsweise, in dem nach zwei Tagen schon drei Weltrekorde gefallen waren, gilt als besonders schnell, aus mehreren Gründen.

Der natürliche Feind schnellen Beckenschwimmens sind Wellen und Strömungen, sie können wirken wie Gegenwind für einen Läufer oder Radfahrer. Der Schlüssel für gute Zeiten heißt daher: möglichst glattes, ruhiges Wasser. Je breiter und tiefer der Pool, umso besser kann er die starken Turbulenzen, die Schwimmer erzeugen, aufnehmen und absorbieren. Das Becken im Aquatics Centre verfügt über zehn Bahnen, wovon in den Finals nur acht genutzt werden - die beiden Außenbahnen fungieren als Puffer für ablaufende Wellen. Die schwappen zudem nicht seitlich gegen Beckenwände, um dann wieder auf die Bahn zurückzuprallen, sondern fließen dank flacher Überläufe ab.

Zudem ist das Becken in London drei Meter statt wie sonst oft zwei Meter tief. Dadurch schlagen die Wellen durch die Schwimmer erst dann vom Boden zurück, wenn die Sportler selbst schon weiter sind. Durch die Tiefe des Pools bleibt das Wasser überdies ruhiger, weniger turbulent - auch wenn die Schwimmer dadurch oft das Gefühl haben, langsamer unterwegs zu sein, weil der Beckenboden weiter entfernt ist als gewöhnlich. Auch die Leinen im Wasser, die die Bahnen voneinander trennen, sind speziell darauf ausgelegt, den Wellengang möglichst gering zu halten.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Wassertemperatur. In London beträgt sie 26 Grad, in diesem Bereich fühlen sich die Athleten am wohlsten. Die Außentemperatur liegt ein Grad höher, um den Temperaturunterschied beim Eintauchen gering zu halten. Jede Menge Faktoren also, die die Leistung der Schwimmer beeinflussen können - in London offenbar sehr positiv.

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Jahrgang 1970, Sportredakteur.

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