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Hiroshi Hoketsu Der Senior bei Olympia

 ·  Die „Jugend der Welt“ trifft sich in London. Auch dabei ist Hiroshi Hoketsu. Der Dressurreiter aus Japan ist bereits 71 Jahre alt - und gehört zu den Anwärtern auf den letzten Platz. Das macht ihm aber nicht viel aus.

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© dapd Mit 71 Jahren ist Hiroshi Hoketsu der älteste Teilnehmer bei Olympia

Jeden Tag macht Hiroshi Hoketsu eine Stunde lang Gymnastik, dehnt seinen Rücken und stärkt seine Muskulatur. Das muss er schon machen, um sich auch weiter in der Kategorie „Jugend der Welt“ halten zu können. Eine Schwäche in der Mittelpositur kann sich der Japaner nicht mehr leisten, denn es würde schwierig für ihn, sich wieder auf den alten Stand zu bringen. Schließlich ist Hoketsu bereits 71 Jahre alt und damit der älteste Teilnehmer der Olympischen Spiele in London.

Er ist damit auch der letzte Vertreter der alten Garde im Viereck. Früher hieß es ja immer: Wenn ein Pferd in die Arena kommt, und es sitzt entweder ein altes Männchen oder ein junges Mädchen im Sattel, handelt es sich um Dressurreiten. Tatsächlich ist Hoketsu zwar ganz rechtmäßig für das Turnier im historischen Greenwich Park qualifiziert - aber er gehört zu den Anwärtern auf den letzten Platz. Mit seiner fünfzehnjährigen Fuchsstute Whisper, die aus baden-württembergischer Zucht stammt, war er bei den Welt-Reiterspielen 2010 in Lexington auf Rang 31 das Schlusslicht im Grand Prix Special.

Das macht ihm aber nicht viel aus: „Sie dürfen mich nicht mit den modernen Sportprofis vergleichen“, sagt er. „Rekorde reizen mich nicht.“ Auch vor vier Jahren in Peking war Hoketsu mit seiner Stute dabei - er wurde 35., war schon damals der älteste Athlet und gelangte in Japan zu einiger Berühmtheit. Damals hatte er eine Olympia-Pause von 44 Jahren hinter sich: Erstmals stieg Hoketsu als junger Mann bei den Spielen 1964 in Tokio im Zeichen der Ringe aufs Pferd, damals noch als Springreiter - er belegte Platz 40.

Als er merkte, dass seine Sehkraft immer mehr nachließ und er die Distanzen zwischen den Hindernissen nicht mehr zuverlässig abschätzen konnte, verlegte er sich auf Piaffe und Passage. Schon für die Spiele 1988 in Seoul war er als Dressurreiter qualifiziert, reiste auch an, musste den damals von Nicole Uphoff und Rembrandt beherrschten Wettbewerben aber tatenlos zusehen, weil er mit den Quarantänebestimmungen für sein Pferd in Konflikt geraten war.

„Der Sport bewahrt mich davor, einzurosten“

„Es interessiert mich nicht, ob mich jemand belächelt“, sagt Hoketsu, der großen Wert darauf legt, nicht dick zu werden und dadurch die körperliche Top-Form in seiner Altersklasse zu verlieren. Sein Berufsleben verbrachte er als Manager eines amerikanischen Medizintechnik-Konzerns, erst seit seiner Pensionierung im Jahr 2003 konzentriert er sich ganz auf seine Pferdeleidenschaft. „Während ich berufstätig war, half mir der Sport, abzuschalten, jetzt bewahrt er mich davor, einzurosten“, sagt Hoketsu, der zwischen Japan und Deutschland pendelt.

Sein Trainer ist Ton de Ridder, der einen Ausbildungsstall in der Nähe von Aachen betreibt, und das ist eine erstklassige Adresse. Dessen Frau Alexandra Simons-de Ridder war mit ihrem Wallach Chacomo Mannschafts-Olympiasiegerin 2004 in Athen. Von Medaillen ist selbstverständlich nicht die Rede, wenn der freundliche, aber zielstrebige Japaner von seinen internationalen Einsätzen spricht. „Während meine Gegner um den Sieg kämpfen“, sagt er, „genieße ich die angenehmen Begleitumstände.“

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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