15.07.2008 · Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch muss im Falle einer Olympia-Teilnahme in Peking ohne Dieter Kollark auskommen. Der wegen seiner Vergangenheit in der DDR umstrittene Trainer wurde nicht nominiert.
Die wegen gesundheitlicher Probleme noch um ihren Olympiastart kämpfende Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch wird im Falle einer Teilnahme an den Sommerspielen in Peking ohne Trainer Dieter Kollark auskommen müssen. Der wegen seiner Vergangenheit in der DDR umstrittene Coach wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht für die am Dienstag durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bekanntgegebene Olympianominierung vorgeschlagen. (Siehe: Deutsches Olympia-Team: 435 Sportler für Peking).
„Wir haben uns geeinigt, dass ich nicht mitfahre. Denn wenn Franka nicht mehr fit wird, würde ich einem anderen Trainer den Platz wegnehmen. Das wollte ich nicht“, sagte der Neubrandenburger im Trainingslager in Kienbaum. Alle Vorwürfe hatte er stets zurückgewiesen.
Nach Shibetsu würde er kommen
Kollark wird dann, wenn Franka Dietzsch nach der DLV-Gala am 1. August in Wattenscheid endgültig im Team stehen sollte, ins japanische Vorbereitungslager Shibetsu mitreisen. Dort hatte sich der DLV schon 2007 auf die erfolgreiche WM in Osaka (2 Gold, 2 Silber, 3 Bronze) eingestimmt. Der DLV hat laut Präsident Clemens Prokop die DOSB-Kommissionen Anti-Doping und Stasi-Problematik gebeten, unabhängig von einer Nominierung oder Nichtnominierung Kollarks dessen Fall zu überprüfen. Dies ist dem Verband auch deshalb wichtig, weil ein ungeklärtes Problem vor der WM 2009 in Berlin wieder auftauchen könnte.
Dietzsch ist die einzige verbliebene Olympiakandidatin des erfolgreichsten deutschen Leichtathletik-Trainers der vergangenen Jahre. Zuvor hatte die Kugel-EM-Dritte Petra Lammert im Training vor wenigen Wochen eine schwere Ellenbogenverletzung erlitten und fällt für die gesamt Saison aus.