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Leser fragen, FAZ.NET antwortet Wieso spielen unsere Fußball-Männer bei Olympia nicht mit?

11.08.2008 ·  Die deutschen Frauen peilen beim olympischen Fußballturnier zum ersten Mal Gold an. Eine deutsche Männer-Mannschaft ist dagegen gar nicht erst am Start. „Warum eigentlich?“, fragen zwei Leser. FAZ.NET gibt die Antwort.

Von Daniel Meuren
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Die FAZ.NET-Leser Angelika Krafft und Andreas Bausenwein beschäftigt die gleiche Frage zum olympischen Fußballturnier der Männer: „Warum ist die deutsche Mannschaft nicht dabei? Und wie hätte sie sich qualifizieren können?“

Auch wenn manche Bundesliga-Manager in jüngster Zeit wie Olympia-Boykotteure wirkten, als sie ihren ausländischen Profis die Teilnahme an den Olympischen Spielen untersagen wollten, so ist das Fehlen der deutschen Mannschaft alles andere als ein politisches Statement. Vielmehr haben die deutschen Männer die Qualifikation für das olympische Turnier in China auf sportlichem Wege verpasst.

Geringer Stellenwert in Europa, hoher in Südamerika

Diese Qualifikation bestreiten aufgrund eines Kompromisses zwischen dem Fußball-Weltverband Fifa und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) reine Juniorenmannschaften, während im olympischen Turnier zusätzlich drei Spieler eingesetzt werden dürfen, die älter als 23 Jahre alte sind - auf diesem Weg haben sich Spieler wie Ronaldinho oder Juan Roman Riquelme ihren Olympia-Ausflug gesichert.

Die Fifa will mit diesen - bei den Spielen übrigens einzigartigen - Altersbeschränkungen verhindern, dass das olympische Turnier der in Obhut des Verbandes ausgerichteten Weltmeisterschaft allzu große Konkurrenz macht. Entsprechend ist der Stellenwert des olympischen Turniers vor allem in Europa noch sehr gering. Die Südamerikaner nehmen die Spiele und ihre Bemühungen um ein gutes Abschneiden unterdessen deutlich ernster. Bei den Frauen treten im übrigen die besten Spielerinnen der Welt ohne jede Altersregel an, weswegen der Turniersieg fast so wertvoll ist wie der Gewinn der Weltmeisterschaft.

Europa vergibt die vier Tickets bei der Junioren-EM

Die 16 Plätze für das olympische Turnier werden nach einem Schlüssel von der Fifa auf die Kontinentalverbände aufgeteilt. Europa stehen derzeit vier Teilnehmer-Plätze zu, die im Rahmen der Europameisterschaft der U21-Junioren ausgespielt werden. Grundsätzlich nehmen also die Halbfinalteilnehmer der EM an den Spielen teil.

Eine Ausnahme stellt die Qualifikation der italienischen Mannschaft dar: Sie profitierte davon, dass sich der Europameisterschafts-Halbfinalteilnehmer England prinzipiell nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren darf. Um startberechtigt zu sein, müssten die Engländer in einem gemeinsamen Team mit Schotten, Walisern und Nordiren an den Junioren-Europameisterschaften teilnehmen. Da sich die vier britischen Verbände, anders als beispielsweise im Hockey, aber auf diesen Kompromiss nicht einigen können und stattdessen mit vier Mannschaften an den Wettbewerben teilnehmen, dürfen sie sich nicht für die Spiele qualifizieren.

Deutschland verpasste EM-Qualifikation

Die deutschen U21-Junioren verpassten nun ausgerechnet im entscheidenden Spiel um die EM-Qualifikation gegen England die Teilnahme am kontinentalen Turnier. Somit fehlen die deutschen bereits zum fünften Mal in Folge bei den Spielen. Zuletzt hatte ein deutsches Team 1988 in Seoul an der Medaillenjagd teilgenommen. Und das sogar erfolgreich. Das Team mit dem heutigen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann holte Bronze.

Den Bundesliga-Managern indes dürfte das Scheitern der DFB-Auswahl in diesem Jahr durchaus recht sein. Eine Olympiateilnahme eines deutschen Teams hätte den Beginn der neuen Bundesligasaison um mindestens drei Wochen verzögert und für einigen zusätzlichen Stress vor allem für die Europapokalteilnehmer im Verlauf der Hinrunde gesorgt. Von daher handelte Bundestrainer Jogi Löw vermutlich sehr im Sinne der Manager, als er kurz vor dem entscheidenden Qualifikationsspiel gegen England den Spielmacher Piotr Trochowski von den Junioren zur A-Nationalmannschaft abkommandierte.

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Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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