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Handball-Weltmeister Pascal Hens Der Pechvogel

13.08.2008 ·  Pascal Hens und Olympia, das passt nicht zusammen. Der Handball-Weltmeister mit der markanten Irokesen-Frisur muss wegen einer Verletzung die Olympischen Spiele vorzeitig beenden - mal wieder.

Von Peter Penders, Peking
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Heiner Brand hat diesen mächtigen Bart, und vermutlich ist es der Schnauzbart mit dem höchsten Wiedererkennungswert im deutschen Sport. Dieser Tage ist dieser Bart wieder ganz hilfreich, denn man kann dadurch nicht erkennen, ob bei Brand die Mundwinkel traurig herunterhängen.

Der Handball-Bundestrainer ist trotz aller Erfolge, die er in den vergangenen Jahren mit der Nationalmannschaft feiern durfte, ein leidgeprüfter Mann. Ständig fallen ihm bei Großereignissen Spieler aus, ständig muss Brand mit einer ganz anderen Formation spielen als geplant. Diese Tradition hat sich auch in Peking fortgesetzt.

Hens und Olympia ist wie einst Daniel Stephan und die Weltmeisterschaften

Wie immer erwischte es einen, der eigentlich nicht zu ersetzen ist. Der Hamburger Pascal Hens ist im linken deutschen Rückraum nicht nur wegen seiner Länge eine Größe, er ist vor allem ohne große Konkurrenz in Deutschland. An guten Tagen kann der 28 Jahre alte Rechtshänder Spiele fast allein entscheiden, wenn er durch die Luft schwebt und der Flug kein Ende mehr zu nehmen scheint. Irgendwann wirft Hens dann. Mit Urgewalt, und das ist schön anzusehen, vor allem, wenn man auf der Tribüne sitzt und nicht im gegnerischen Tor steht.

Aber Hens und Olympia, das scheint ungefähr so zusammenzupassen wie einst Daniel Stephan und die Weltmeisterschaften. Stephan galt als bester Handballspieler der Welt - nur bei Weltmeisterschaften spielte er nie, weil er immer verletzt war. Hens wiederum hat nun zwar zum zweiten Mal an Olympischen Spiele teilgenommen, aber wie vor vier Jahren in Athen kommt er verletzt zurück. Am Dienstag war das olympische Handballturnier für Hens nach 39 Minuten im Spiel gegen Island beendet, als er sich bei der Landung nach einem Sprungwurf das Knie verdrehte: Mit einem Bruch des Schienbeinplateaus fällt der Hamburger mindestens acht Wochen aus. Olympia ist dann schon Geschichte.

Vor vier Jahren verpasste Hens das Finale

Für Hens ist das besonders bitter, denn vor vier Jahren fehlte er wegen eines Bandscheibenvorfalls ausgerechnet im Finale. Auch ohne ihn hätte es damals fast zu Gold gereicht. Aber während des Endspiels gegen Kroatien war den Deutschen mit Petersen noch der wichtigste Abwehrspieler ausgefallen, und die Partie nahm daraufhin eine Wende. Hart trifft Brand der Ausfall von Hens auch diesmal wieder, zumal mit dem Lemgoer Lars Kaufmann der Ersatzmann im linken Rückraum das Trainingslager unmittelbar vor der Reise nach Peking mit einem Muskelfaserriss hatte beenden müssen.

Nun rückt Sven-Sören Christophersen nach, der bislang mit einer P-Akkreditierung der Ersatzleute ausgestattet war und jetzt zum wirklichen Olympiateilnehmer wird. Brand wird sein Teampuzzle neu zusammensetzen müssen, und Hens wird sich auf dem langen Rückflug vor allem fragen, warum es schon wieder ihn erwischt hat. Aber trotzdem hat er versprochen: „2012 in London bin ich wieder dabei.“

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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