14.07.2008 · Mit Spielen gegen die Kapverdischen Inseln und Neuseeland startet das deutsche Basketball-Team in die Olympia-Qualifikation in Athen. Danach geht es um Sein oder Nichtsein. Nur drei Teams dürfen nach Peking, und Dirk Nowitzki will unbedingt hin.
Mit Spielen gegen die Kapverdischen Inseln und Neuseeland startet das deutsche Basketball-Nationalteam in die Olympia-Qualifikation in Athen. Danach geht es im Viertelfinale um Sein oder Nichtsein. Nur drei Teams dürfen nach Peking, und der deutsche Star Dirk Nowitzki will alles dransetzen, dieses Ziel zu erreichen.
Durch den Neuzugang Chris Kaman sind Sie ein wenig aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Stört Sie das? Oder ist es sogar angenehm, nicht wie sonst immer im Mittelpunkt stehen zu müssen?
Spielerisch ist Kaman sicher eine Entlastung und Verbesserung für die gesamte Mannschaft. Das gilt auch für mich. Aber, es ist keine neue Dimension, in die wir nun aufgebrochen sind, wie einige behaupten. Und ich verliere dank Kaman jetzt sicher nicht den Überblick. Ich weiß ja weiterhin, was ich auf dem Feld machen soll. Daran wird sich auch mit ihm nicht viel ändern. Dass sich derzeit die Medien derzeit eher um ihn, als um mich reißen, ist mir egal.
Kaman konnte sich wegen des Hickhacks um seine Freigabe nicht mit der Mannschaft einspielen. Werden die Trainingseinheiten mit ihm für ein gutes Zusammenspiel reichen?
Erst mal muss man sagen, dass wohl jeder andere gesagt hätte, ihr könnt mich mal. Das Einspielen wird jetzt schnell gehen. Und eins ist klar. Wenn er den Ball unter dem Korb bekommt, dann macht er ihn rein.
Am Dienstag beginnt die Olympiaqualifikation mit dem Spiel gegen die Kapverdischen Inseln. Allenfalls ein eher drittklassiger Aufbaugegner. Ab wann wird es denn auch für Sie richtig spannend?
Spannend ist es von Anfang an. Denn unterschätzen darf man hier in Athen wirklich keine Mannschaft. Für uns wird es wichtig sein, gleich erfolgreich in das Turnier hereinzukommen. Das ist uns ja bei der letzten Europameisterschaft zum Beispiel gar nicht gelungen. Mit einem schlechten Start ist der Einstieg in ein Turnier sehr, sehr schwer. Deshalb müssen wir hier gleich gewinnen, egal wie der Gegner heißt und woher er kommt. Wenn es uns in dieser Woche gelingt, so zu spielen, dass sich die Gegner in ihrer Spielweise nach uns richten müssen und nicht umgekehrt, ist sicher viel gewonnen.
Aber die Kapverdischen Inseln haben am Montag 50:77 gegen Neuseeland verloren. Kann diese Mannschaft den Deutschen gefährlich werden?
Die waren gegen Neuseeland nervös, das hat man ganz deutlich gesehen. Gegen uns werden sie um einiges besser treffen.
Für Sydney und Athen haben Sie die Olympiaqualifikation verpasst. Nun ist es ihre wohl letzte Chance, dabei zu sein.
Das kann man so sagen. Ich habe fast überall auf der Welt Basketball gespielt, nur nicht bei den Olympischen Spielen. Deshalb ist es vielleicht die sportlich für mich wichtigste Woche in meiner Karriere.
Was reizt Sie, ein gestandener Weltstar, denn so besonders an einer Olympiateilnahme?
Fast schon die banalen Dinge. Klar will man bei den Spielen erfolgreich sein, vielleicht sogar eine Medaille holen. Aber es geht wohl auch in Peking hoffentlich um viel mehr, als um das Basketballspielen. Die Atmosphäre im Olympischen Dorf, das gemeinsame Essen mit anderen Sportlern, das kenne ich ja so nicht. Ich höre immer gerne zu, wenn unser Co-Trainer Hansi Gnad von den Olympischen Spielen 1992 erzählt. Er war ja in Barcelona zum letzten Mal mit einer deutschen Nationalmannschaft bei Olympia dabei und schwärmt davon noch immer.
Spüren Sie eine gewisse Verantwortung für den Deutschen Basketball? Der letzten Olympiateilnahme im Jahr 1992 folgte ja ein regelrechter Boom für diese Sportart.
Wenn ich ehrlich bin, denke ich kurz vor dem ersten Spiel in der Olympiaqualifikation noch keine einzige Sekunde daran, was ab der nächsten Woche alles passieren wird. Ich konzentriere mich jetzt von Spiel zu Spiel. Und am Ende soll dann Platz Drei und Peking drin sein. Alles andere ist eher unwichtig.
Woher nehmen Sie ihren Optimismus. Was ist denn nun anders, als bei den beiden verpassten Qualifikationen zuvor?
Dadurch dass ich in der NBA recht früh mit meinem Verein in der Meisterschaft ausgeschieden bin, konnte ich an der Vorbereitung zu diesem Turnier im vollen Umfang teilnehmen. So etwas tut gut und gibt auch Sicherheit. Zudem ist unser Team stark verjüngt. Man merkt irgendwie, da weht ein frischer Wind. Ich werde voll Stoff geben, um meinen Traum zu verwirklichen.