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Vielseitigkeitsreiten Entscheidung über deutsches Doppelgold vertagt

20.08.2004 ·  Zwei Tage nach ihren Olympiasiegen haben Bettina Hoy und die deutsche Mannschaft ihre Goldmedaillen im Vielseitigkeitsreiten noch nicht sicher. Der Sportgerichtshof CAS wird seine Entscheidung erst am Samstag bekanntgeben.

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Die deutschen Vielseitigkeitsreiter müssen noch einen weiteren Tag um ihre beiden Goldmedaillen zittern. Zwei Tage nach ihren Olympiasiegen hat der Internationale Sportgerichtshof (CAS) am Freitag in Athen seine Entscheidung zum Einspruch der Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Frankreich, Großbritannien und der Vereinigten Staaten auf diesen Samstag vertagt.

Sie soll um 16.00 Uhr (17.00 Uhr Ortszeit) bekannt gegeben werden. Nach einer über zweistündigen Anhörung vor einer Ad-hoc-Kammer des CAS sagte der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Jürgen Thumann: „Das Gericht hat sich alles angehört, mehr nicht. Es ist alles möglich.“

„Eine Schande für unseren Sport“

NOK-Präsident Klaus Steinbach erklärte: „Wir müssen abwarten.“ Die dreiköpfige Ad-hoc-Kammer des CAS hörte auch Bettina Hoy zu den umstrittenen Entscheidungen vom vergangenen Mittwoch an. Während sie in einem Athener Hotel ihre Aussagen machte, bangte vor den Türen ihr australischer Mann Andrew, ein dreimaliger Olympiasieger im
Vielseitigkeitsreiten, mit. Bevor Ehefrau Bettina in die Anhörung ging, verabschiedeten sich die beiden mit Tränen in den Augen und einer innigen Umarmung. „Es ist schrecklich, ich habe so etwas in meiner langen Karriere noch nicht erlebt“, sagte Andrew Hoy.

„Der Protest ist eine Schande für unseren Sport und eine Schande für die Olympischen Spiele. Er verändert den Geist unseres Sports total“, empörte sich der Australier. Bo Helander, der Generalsekretär des beklagten Weltverbandes FEI, sagte: „Es ist schade für den Sport, daß es so einen Wirbel gibt.“ Bettina Hoy wollte sich nach ihrer Anhörung nicht zu dem Fall äußern. Ingrid Klimke, neben Hinrich Romeike, Andreas Dibowski und Frank Ostholt ebenfalls Goldmedaillen-Gewinner mit dem Team, sagte: „Ich gebe die Medaille nicht mehr her.“

Hoy zunächst disqualifiziert

Die drei Sportrichter aus Südafrika, Griechenland und Kanada ließen sich bei der Anhörung nicht auf die Sache ein. Sie erklärten zum Abschluß, ihre Entscheidung „im Laufe des Samstags“ bekannt geben zu wollen. Dabei geht es um die Alternative, entweder den
Protest nicht anzunehmen oder ein endgültiges Urteil zu dem Fall zu sprechen.

Bei der Anhörung traten für die „Alliierten“ ein amerikanischer Anwalt und eine englische Juristin auf. „Sie bestritten die Zuständigkeit des FEI-Schiedsgerichts, weil nach ihrer Meinung die Richter eine Tatsachenentscheidung getroffen haben“, sagte Jens Adolphsen, Vorsitzender des Vielseitigkeitsausschusses im Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR). Nach dem entscheidenden Ritt von Bettina Hoy für die Mannschaftswertung hatte die Ground Jury der FEI die 41Jährige zunächst disqualifiziert. Diese Strafe war nach
einer Stunde voller deutschem Bangen durch das FEI-Schiedsgericht wieder aufgehoben worden. Danach hatte Bettina Hoy auch noch in der Einzel-Entscheidung triumphiert.

„Was einen sehr schlechten Geschmack hinterläßt, ist, daß wir als Verband alles richtig gemacht haben. Der Grundfehler lag bei der Ground Jury. Es war ein völliges Mißmanagement bei der Zeitnahme“, sagte Adolphsen. Bettina Hoy hatte zwei Mal die Startlinie passiert, weil die Startprozedur zwei Mal erfolgt war.

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