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Schwimmen Tränen bei der Weltmeisterin: Hannah Stockbauer draußen

15.08.2004 ·  Die Weltmeisterin wähnte sich vor Olympia „so gut in Form wie nie“. Offenbar ein Irrtum: Hannah Stockbauer ist über 400 Meter Freistil bereits im Vorlauf mit großem Rückstand auf die Besten ausgeschieden.

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Verzweifelt versuchte sie nach ihrem Vorlauf-Aus über 400 Meter Freistil, die Fassung zu wahren. Minutenlang. Doch nach der x-ten Reporterfrage ließ Hannah Stockbauer den Tränen freien Lauf.

„Ich sage 'Jetzt erst recht' für die 800 Meter. Aber es ist schon bedrückend, wenn man den ersten Start so in den Sand setzt“, brachte die 22jährige gerade noch stockend hervor, dann hielten ihre Nerven dem immensen Druck nicht mehr stand. Cheftrainer Ralf Beckmann brachte die völlig aufgelöste fünfmalige Weltmeisterin ins Athener Athletendorf. Dabei hatte sie vor den Spielen noch gesagt, sie sie „so gut in Form wie nie zuvor“.

„Enttäuscht, überrascht, geschockt“

In 4:10,46 Minuten schwamm Stockbauer nur die zwölftbeste Zeit, fast vier Sekunden langsamer als bei ihrem überraschenden WM-Sieg 2003 in Barcelona. Und auch langsamer als bei ihrer Saisonbestzeit (4:09,71) bei den deutschen Meisterschaften in Berlin. Fraglos zu wenig für den Anspruch einer Weltmeisterin.

Zunächst versuchte Hannah Stockbauer noch, ihr Scheitern zu relativieren: „Wahnsinn. Ich habe gewußt, daß es sehr schwer wird und man wahrscheinlich eine 4:09 braucht, um ins Finale zu kommen. Aber daß vorne so viele so schnell schwimmen, hätte ich nicht gedacht.“ Von Beginn an konnte die Fränkin im letzten der fünf Vorläufe das hohe Tempo der Französin Laure Manaudou nicht mithalten, die am Ende in 4:06,76 auch die beste Erstrundenzeit schwamm.

Hannah Stockbauer fand einfach keine Erklärung für ihr schlechtes Abschneiden. „Ich habe mir vorher keinen Kopf gemacht“, versicherte sie. Den am Vorabend gestauchten großen Zeh wollte sie als Entschuldigung nicht gelten lassen. „Das war nicht der Grund.“ Trainer Roland Böller konnte es nicht fassen. „Enttäuscht, überrascht, geschockt, was soll ich sagen. Es ist völlig rätselhaft.“ Jetzt ist psychologische Aufbauarbeit gefragt, wenn ein Debakel wie in Sydney mit nur drei Mal Bronze verhindert werden soll. Cheftrainer Ralf Beckmann versicherte: „Die Mannschaft ist stabil.“ Mannschaftssprecher Christian Keller sagte: „Es wird keinen Bruch im Team geben.“

Antje Buschschulte weiter

Erhöhte Trainingsanstrengungen mit stärkeren Intensitäten bei unverändertem Umfang von 3000 Saison-Kilometern hatten Deutschlands Sportlerin des Jahres für Athen in die Erfolgsspur bringen sollen. Das scheint nach der Vorstellung vom Sonntag mißlungen zu sein. Deutschlands Schwimm-Team ist nach dem Scheitern der Freistilstaffel und dem Stockbauer-Debakel ähnlich wie zu Beginn der Sommerspiele 2000 in Sydney bereits schwer geschockt.

Zuvor war bereits die deutsche Meisterin Janine Pietsch aus Ingolstadt im Vorlauf über 100 Meter Rücken ausgeschieden. Die 22jährige enttäuschte nach 1:03,13 Minuten auf Platz 23 maßlos. Dagegen zog Weltmeisterin Antje Buschschulte aus Magdeburg als Sechste in 1:01,68 Minuten locker in das Halbfinale ein, klagte jedoch über Schmerzen in der Schulter und zu wenig Schlaf.

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