29.08.2004 · Beim Sieg des Italieners Stefano Baldini im Marathon, der letzten Entscheidung in Athen, wurde der Brasilianer Vanderlei Lima in Führung liegend von einem Zuschauer gebremst - er wurde nur Dritter.
Ausgerechnet beim historischen Marathon zum Abschluß der Olympischen Spiele in Athen hat ein Zuschauer für einen Eklat gesorgt.
Ein Mann in einer Tracht zerrte am Sonntag abend den führenden Brasilianer Vanderlei Lima bei Kilometer 37 von der Strecke. Der Zuschauer wurde danach festgenommen. Nur mühsam und von anderen Personen unterstützt konnte sich der 35jährige Lima befreien und seinen Lauf fortsetzen. Einen Kilometer später wurde er von Stefano Baldini passiert, der am Ende ungefährdet dem Olympiasieg entgegenlief.
Für den Unglücksraben Lima blieb hinter dem Italiener sowie dem Amerikaner Mebrahtom Keflezighi nur Bronze. Der Südamerikaner wurde in dem Vorort Papagou zwar von einem Polizisten auf einem Fahrrad begleitet, doch dieser konnte so schnell gar nicht reagieren. Sichtlich geschockt und völlig aus dem Rhythmus setzte Lima dann seinen insgesamt 42,195 Kilometer langen beschwerlichen Weg fort. Beim Zieleinlauf wurde er von den 40.000 Zuschauern im antiken Panathinaikon-Stadion lautstark gefeiert.
Der frühere Europameister Baldini gewann in in 2:10:55 Stunden vor Keflezighi (2:11,29) und dem gebeutelten Brasilianer (2:12:11). Weltrekordhalter Paul Tergat aus Kenia, der als großer Favorit angetreten war, enttäuschte als Zehnter. Deutsche Teilnehmer waren in der letzten von 301 Olympia-Entscheidungen nicht am Start. Bei etwa 25 Grad war die befürchtete Hitzeschlacht auf der Strecke von Marathon nach Athen ausgeblieben.