Den deutschen Wasserballern sind bei den Olympischen Spielen in Athen erstmals die Grenzen aufgezeigt worden. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm verlor gegen dem Weltmeisterschaftszweiten Italien mit 5:10 (0:2, 2:1, 2:3, 1:4) und verpaßte damit den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale.
In den letzten beiden Spielen in der Gruppe B benötigt die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) am Samstag gegen Spanien und am Montag gegen Australien noch zwei Punkte, um sich mit Sicherheit für die Runde der besten Acht zu qualifizieren.
„Zwei echte Endspiele“
„Wir haben das Spiel im ersten Viertel verloren und heute insgesamt zu viele Fehler gemacht“, sagte Stamm. „Aber meine Spieler haben eine gute Moral gezeigt. Diese Niederlage ist für uns kein Beinbruch. Ich habe immer gesagt, daß die Italiener im Normalfall eine Nummer zu groß sind. Jetzt haben wir noch zwei echte Endspiele vor uns.“
Die deutsche Sieben konnte diesmal nicht an die starken Leistungen gegen den WM-Vierten Griechenland (5:4) sowie Ägypten (13:3) anknüpfen. Gleich zu Beginn wurde sie kalt erwischt. Vor allem den starken Francesco Postiglione, der die Italiener mit drei Treffern in den ersten acht Minuten in Führung brachte, bekam das DSV-Team nicht in den Griff.
Mangelnde Chancenauswerung
Den Deutschen fehlte es im Angriff an Durchschlagskraft. Die Distanzwürfe aus der zweiten Reihe waren zumeist leichte Beute für Italiens starken Torhüter Stefano Tempesti. Vor allem aber krankte das deutsche Spiel einmal mehr an der mangelhaften Chancenauswertung in Überzahl.
Nach dem ersten Tor nach neun Minuten durch Heiko Nossek vom SV Cannstatt wurde das Stamm-Team sicherer. Erneut Nossek und Marc Politze vom deutschen Abonnementmeister Spandau Berlin mit seinem sechsten Turniertreffer glichen sogar nach dem Seitenwechsel zum zwischenzeitlichen 3:3 aus. Doch gerade als Hoffnung aufkeimte, drehten die Italiener auf und spielten zum Schluß ihre ganze Routine aus.
