Timo Boll hat beim olympischen Tischtennis-Turnier in Athen das erste Ausrufezeichen gesetzt und kommt in die Nähe der angestrebten Medaille.
Der Weltranglistenelfte aus Gönnern feierte im Achtelfinale gegen Weltmeister Werner Schlager (Österreich) einen 4:3-Triumph und fordert am Freitag in der Runde der letzten acht mit breiter Brust Schwedens Idol und „Chinesen-Schreck“ Jan-Ove Waldner heraus.
Bolls Erfolg ließ das Achtelfinal-Aus im Doppel mit Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) durch ein ernüchterndes 0:4 gegen das Weltklasse-Duo Lee Chul-Seung/Ryu Seung-Min (Südkorea) vergessen. „Ich hatte mir schon Chancen gegen Schlager ausgerechnet, aber trotzdem muß man erst einmal gegen ihn spielen, er ist ja nicht von ungefähr Weltmeister. Ich bin froh, daß ich mich im Vergleich zu meinen ersten Partien steigern konnte, das war gegen Schlager auch sicher nötig. Schade ist nur, daß wir im Doppel ausgeschieden sind, weil wir uns da auch Hoffnungen auf eine Medaille gemacht hatten“, bilanzierte der frühere Europameister nach seinem elften Sieg im 14. Duell mit dem vier Positionen höher notierten WM-Champion den nicht ganz wunschgemäßen Tagesverlauf.
Nach dem überaus prestigeträchtigen Sieg über Schlager mit 11:2, 12:14, 11:5, 11:9, 6:11, 4:11, 11:6 geht der deutsche Meister trotz anhaltender Rückenprobleme selbstbewußt ins Viertelfinale: „Auf diesem Niveau kann man keine leichten Gegner mehr erwarten. Daß Waldner mein Gegner ist, kommt etwas überraschend, spricht aber nur für ihn. Aber ich bin in guter Form und muß mich sicher nicht verstecken. Ich werde meine Chancen suchen“, meinte der 23jährige.
