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Betty Heidler „Das hier war nur ein Test“

 ·  An guten Tagen ist Betty Heidler die beste Hammerwerferin der Welt. An schlechten Tagen scheidet sie bei einer EM im Vorkampf aus. In Helsinki hatte sie einen schlechten Tag. Im F.A.Z.-Gespräch erläutert sie die Gründe.

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© dpa „Alles chic, bis auf das Ergebnis“: Betty Heidler

Betty Heidler, Weltrekordhalterin im Hammerwurf, ist bei den Europameisterschaften in Helsinki völlig überraschend in der Qualifikation ausgeschieden. Nach zwei ungültigen Versuchen touchierte der Hammer der Frankfurterin im dritten Versuch das Netz und landete schon bei 65,06 Metern: Platz 17 für die Titelverteidigerin.

Ausgeschieden in der Qualifikation. Was war los?

Es ist schwierig, das gleich nach dem Wettkampf zu erklären. Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Es war alles chic, bis auf das Ergebnis.

An irgendwas muss es doch gelegen haben?

Technisch war‘s halt nicht schön. Ich bin überhaupt nicht reingekommen. Mein Oberkörper hat zu schnell gedreht, und untenrum war ich zu langsam. Da bin ich dann aus dem Ring raus gefallen.

Hatten Sie Angst vor dem dritten Versuch?

Angst hatte ich eigentlich nicht. Aber ich habe mich dann zu viel auf die Technik konzentriert und zu wenig auf die Dynamik. Ich habe nur drei richtige Drehungen gemacht, die vierte war dann gar nichts mehr. Vielleicht sollte ich überlegen, ob ich überhaupt noch mal nach Helsinki komme.

Hatten Sie schon vorher daran gedacht, dass Ihnen Helsinki nicht liegt? Sie sind ja schon 2005 bei der WM im Vorkampf gescheitert.

Nein, das ist mir erst hinterher aufgefallen.

Lag es vielleicht am Wurfring?

Nein, ich fand den Ring gut. Es ist zwar definitiv kein schneller Ring, aber er ist in Ordnung. Am Ring lag es bestimmt nicht.

Hat das Scheitern Auswirkungen auf Ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele?

Nein, das hat keine Auswirkung. Mein Jahresplan war sowieso auf London ausgerichtet, daran ändert sich nichts.

Wird Sie das Scheitern belasten?

Auch nicht. Das Training läuft sehr gut, und das hier war nur ein Test. Jetzt weiß ich wenigstens, was ich in London besser machen muss.

Immerhin sind Sie nun die Favoritenrolle los.

Ich glaube zwar nicht, dass ich die Favoritenrolle los bin. Aber eigentlich sehe ich mich selbst nicht als Goldfavoriten. Ich will eine Medaille, daran hat sich nichts geändert.

Kann das Scheitern auch was Gutes haben?

Ach ja, wir sind ja nur bei einer EM. Noch trauriger und deprimierender wäre es gewesen, wenn es der Saisonhöhepunkt gewesen wäre. Aber natürlich gibt es keine Garantie, dass ich den Fehler dort nicht noch einmal mache.

Die Fragen stellte Achim Dreis.

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