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Golf Unter Kontrolle des Tigers

19.02.2010 ·  Der Mann ist ein Kontroll-Freak. Bei seinem ersten Auftritt seit jenem frühmorgendlichen Verkehrsunfall sind zwar ein paar handverlesene Journalisten und eine einzige Fernsehkamera zugelassen, aber Fragen an Tiger Woods sind nicht erlaubt.

Von Wolfgang Scheffler
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Typisch Tiger Woods: Der Mann ist ein Kontroll-Freak. Seit er als Zweijähriger erstmals im Fernsehen seine Golfkünste vorführte, strebte er nach einem: Den Golfball besser zu kontrollieren als jeder andere. Das ist ihm zweifelsohne gelungen. Und noch etwas ist ihm geglückt: Nie drang etwas an die Öffentlichkeit, was das sorgsam gepflegte Bild des arbeitsamen, treuen Ehemannes und mustergültigen, tierlieben Familienvaters hätte trüben und sein Wert als Werbeikone hätte schmälern können - bis die Nachwirkungen des frühmorgendlichen Verkehrsunfalls vom 27. November 2009 all das als schönen Schein entlarvten.

Aber selbst das brachte Woods nicht aus der Fassung. Auch als alle Boulevardmedien der Welt nach Neuigkeiten lechzten, gab es von ihm nicht mehr als drei dürre Mitteilungen in wohlgesetzten Worten auf seiner Website. An diesem Freitag will er sich in Ponte Vedra Beach erstmals öffentlich äußern.

„Tiger wird zu einem kleinen Kreis von Freunden, Kollegen und engen Mitarbeitern sprechen. Er möchte seinen Vergangenheit und Zukunft diskutieren, und er plant, sich für sein Verhalten zu entschuldigen“, heißt es auf seiner Website. Sein Manager Mark Steinberg wies ausdrücklich darauf hin, dass zwar ein paar handverlesene Journalisten und eine einzige Fernsehkamera zugelassen, aber Fragen nicht erlaubt seien. Mit anderen Worten: Auch in diesem Fall bestimmt Woods, wo es langgeht.

Tiger hat auch die PGA Tour fest in seinen Fängen

Dass Woods für seinen ersten Auftritt nach fast drei Monaten, in den er sich zum besseren Mensch, Ehemann und Familienvater wandeln wollte, ausgerechnet diesen Freitag wählt, ist eine schallende Ohrfeige für seinen ehemaligen Sponsor Accenture, der ihm kurz nach Bekanntwerden der außerehelichen Affären den Werbevertrag gekündigt hatte.

Denn dass die Worte des gefallenen Helden mehr Neuigkeitswert besitzen, als jede sportliche Nachricht von der derzeit laufenden Accenture World Match Play in Arizona, ist jedem klar. „Das ist selbstsüchtig“, schimpfte der südafrikanische Kollege Ernie Els, „sie können das ruhig zitieren. Montag ist ein guter Tag für einen solchen Termin.“

Auch der Ort der Veranstaltung ist mit Bedacht gewählt. Woods spricht aus dem Clubhaus des Tournament Players Club of Sawgrass, einer Anlage, die der PGA Tour gehört - und die bietet ihm direkt neben ihrem Hauptquartier die Bühne, ein Turnier der Weltelite, das die PGA Tour gemeinsam mit den anderen großen Profitouren veranstaltet, in den Schatten zu stellen. Auch das sendet ein eindeutiges Signal aus: Tiger hat auch die PGA Tour fest in seinen Fängen. Die Vereinigung der amerikanischen Golfjournalisten GWAA antwortet umgehend und entschloss sich zu einem Boykott der Veranstaltung.

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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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