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British Open Kaymer fällt zurück und hofft weiter

17.07.2011 ·  Der deutsche Golfer ist bei den British Open nun nur noch Siebter. Dennoch ist Martin Kaymer vor dem Abschlusstag in Sandwich hoffnungsfroh. Es führt Darren Clarke, der seinen Erfolg auch einem „blind date“ zu verdanken hat.

Von Wolfgang Scheffler, Sandwich
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Aus einem Schlag Rückstand sind fünf geworden, Martin Kaymer ist vom dritten auf den siebten Platz zurückgefallen und hat am Samstag mit 73 Schlägen seine bisher schlechteste Runde bei der 140. British Open in Sandwich gespielt - und doch hat der 26 Jahre alte Rheinländer die Hoffnung auf seinen ersten Erfolg bei seinem Lieblingsturnier noch nicht aufgegeben: „Ich habe mich nicht aus dem Turnier rausgeschossen. Das war mir wichtig. Fünf Schläge Rückstand sind wirklich nicht viel. Keiner ist richtig davongelaufen. Man braucht einfach eine Runde, wie sie heute Dustin Johnson hatte, der vier oder fünf unter Par spielte.“

Ein kleiner Irrtum: Der Amerikaner spielte zwar gemeinsam mit seinem Landsmann Rickie Fowler die beste Tagesrunde, benötigte allerdings 68 Schläge (zwei unter dem Par von 70). Ob 68 Schläge an diesem Sonntag reichen, um das Feld von hinten aufzurollen, scheint zweifelhaft, zumal der Spitzenreiter Darren Clarke sich bisher keine Blöße gab. Zum dritten Mal in Folge blieb der 42jährige Nordire unter Par und hat jetzt insgesamt 205 Schläge (68+68+69) auf seinem Konto.

Erster Verfolger von Clarke ist jetzt der 27jährige Amerikaner Dustin Johnson (206/70+68+68). Danach folgen Fowler (208/70+70+68) und der Däne Thomas Björn (208/65+72+71) auf Rang drei. Der Spanier Miguel Jimenez und der Amerikaner Lucas Glover (beide 209) liegen gemeinsam auf Rang fünf. Den siebten Rang teilen sich mit Kaymer (210/68+69+70) die Amerikaner Phil Mickelson, Davis Love III und Anthony Kim sowie der Däne Anders Hanson und der Südafrikaner George Cotzee.

„Es war nicht schwerer als an den beiden ersten Tagen“

Für den deutschen Weltranglistendritten war sein bisher schlechtestes Ergebnis auch deshalb eine kleine Enttäuschung, weil er als später Starter fast seine ganze Runde bei den besten Bedingungen an diesem sonst grauen und nassen Samstags absolvieren konnte, an dem erst am Nachmittag der Dauerregen aufhörte, der Wind nachließ und am Ende sogar die Sonne durch die Wolken lugte. „Es war nicht schwerer als an den beiden ersten Tagen“, sagte Kaymer. Trotzdem fand er auf dem und rund ums Grün nicht das Feingefühl der ersten beiden Tage. „Ich habe viele Putts zu kurz gelassen. Das darf nicht passieren, sie können links oder recht vorbeigehen, aber zu kurz darf man sie nicht lassen. Aber es gibt einfach solche Tage“, resümierte der Rheinländer seinen Arbeitstag.

Auch Clarke ließ auf den welligen Grüns etliche Chancen aus, aber selbst dadurch ließ er sich nicht irritieren. Noch am Mittwochabend hatte er lange mit dem amerikanischen Sportpsychologen Bob Rotella telefoniert und dabei besonders über die letzten Meter zum Loch gesprochen - ganz offensichtlich mit Erfolg. Ihm winkt jetzt die Chance, Versäumtes nachzuholen. Denn Clarke hatte bereits in der Vergangenheit Gelegenheit, das älteste Turnier der Welt zu gewinnen.

1997 belegte er Platz zwei, 2001 landete er auf dem geteilten dritten Platz. Aber das liegt eine kleine Ewigkeit zurück. Seit er 2006 nur einen Monat nach dem Krebstod seiner Ehefrau Heather dem europäischen Team mit drei Punkten zum Sieg im Ryder Cup verholfen hatte, war es um den Lebemann still geworden. Erst 2008 gelangen ihm wieder zwei Turniersiege, danach verschwand er abermals lange in der Versenkung, ehe er im Frühjahr auf Mallorca seinen 13. Erfolg auf der europäischen Tour feierte.

„Den Winter bei schlechtem Wetter auf diesem Platz gespielt“

Dass er nun plötzlich als erste Anwärter auf das Preisgeld in Höhe von 1,025 Millionen Euro auf die letzten achtzehn Löcher geht, verdankt er, wie er sagt, einem Kollegen. Graeme McDowell, der am Cut scheiterte, organisierte im vergangenen Jahr für den Kollegen und Freund ein „blind date“, ein Rendezvous mit einer Unbekannten. Clarke traf sich in London zum Abendessen mit Alison Campbell, einer ehemaligen „Miss Northern Ireland“ und Besitzerin einer Model-Agentur.

„Alison ist dafür verantwortlich, dass ich mein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt habe“, sagte Clarke über seine sieben Jahre ältere Verlobte. Ihr zuliebe zog er vom Londoner Speckgürtel zurück in die alte Heimat nach Portrush, ein Dorf, dass mit dem Royal Portrush Golf Club über einen der besten Linksplätze der Welt verfügt. „Ich habe den ganzen Winter bei schlechtem Wetter auf diesem Platz gespielt. Das ist mir hier zugute gekommen.“

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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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