19.02.2012 · In Oslo krönen die Freestyle-Snowboarder ihre Weltmeister. Die große Überraschung ist die 23 Jahre alte Spencer O’Brien. Veranstalter TTR nutzt die WM unterdessen, um zwei Neuigkeiten zu verkünden.
Von Sebastian Eder, OsloDie Freestyle-Snowboarder haben in Oslo ihre Weltmeister gekrönt: In der olympischen Disziplin Slopestyle setzten sich am Sonntag in einem spannenden Finale der Amerikaner Chas Guldemond und die Kanadierin Spencer O’Brien durch. Beide entschieden das Finale erst im letzten von drei Durchgängen für sich.
In der Disziplin Halfpipe sicherten sich bereits am Samstag Iouri Podladtchikow aus der Schweizer und Kelly Clark aus Amerika die Titel.
Die große Überraschung der ersten Weltmeisterschaften, die von der Snowboardplattform „Ticket to Ride“ (TTR), organisiert wurden, war die 23 Jahre alte Spencer O’Brien. Nachdem sie in den ersten zwei Durchgängen gestürzt war, riskierte sie im letzten Durchgang alles und verdrängte die Favoritin Jamie Anderson von Platz eins.
Noch dramatischer war es bei den Männern: Als letzter Starter zeigte der 24 Jahre alte Chas Guldemond im finalen Durchgang den Lauf seines Lebens, wie er danach sagte. Sebastien Toutant aus Kanada musste hilflos zusehen, wie Guldemond ihn auf Platz zwei verwies.
In der Halfpipe hatte Iouri Podladtchikow in Oslo hoch gepokert, erst einen Tag vor dem Halbfinale am Donnerstag war er angereist. Fast hätte sich der 23 Jahre alte gebürtige Russe verspekuliert; Erst im letzten von drei Durchgängen des Halbfinales zeigte er eine starke Leistung und qualifizierte sich so für das Finale am Samstag.
Bei Regen und Nebel zeigte der 23 Jahre alte Podladtchikow dann, dass er zu recht als stärkster Widersacher von Superstar Shaun White für die olympischen Spiele 2014 gilt. Trotz eines schweren Sturzes im dritten Durchgang konnten ihm seine amerikanischen Konkurrenten Louie Vito (Platz 3) und Matt Ladley (Platz 2) den Titel nicht mehr streitig machen. Shaun White war trotz Einladung nicht zur Weltmeisterschaft angereist.
Die TTR nutzte die Gelegenheit unterdessen, um zwei Neuigkeiten zu verkünden: Ab sofort veröffentlicht die Schweizer Non-Profit-Organisation eine neu entwickelte „World Snowboarding Point List“. Erstmals werden in diese Rangliste die Ergebnisse aller professionellen Snowboard-Wettkämpfe der Welt einfließen. Mit dem Internationalen Skiverband (Fis) ist der Schritt nicht abgesprochen, die Ergebnisse der Fis-Weltcup-Stops fließen in die Rangliste aber ebenso ein, wie die der Großveranstaltungen in Amerika.
Außerdem strebt die TTR ab sofort das Ziel an, als „Freestyle-Snowboard-Federation“ vom Internationalen Olympischen Komitee als internationaler Dachverband der Freestyle-Snowboarder anerkannt zu werden. So hoffen die Snowboarder bei der Qualifikation für Olympia 2018 eine Rolle zu spielen, nachdem die Gespräche mit dem Internationalen Skiverband über eine Kooperation für Sotschi 2014 gescheitert waren.