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Äquatorial-Guinea Eine Suspendierung und viele Zweifel

25.06.2011 ·  Äquatorial-Guinea könnte das WM-Skandalteam werden: Die Fifa untersagt nach FAZ.NET-Informationen der Spielerin Jade Boho einen Einsatz. An den Nominierungsmethoden des Verbandes gibt es schon länger Zweifel.

Von Daniel Meuren, Berlin
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Die Nationalmannschaft von Äquatorial-Guinea darf nach Informationen dieser Zeitung eine für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft nominierte Spielerin nicht einsetzen. Jade Boho erfüllt demnach nicht die Kriterien der Fifa-Statuten zur Spielberechtigung für Nationalmannschaften.

Jade Boho, die in der spanischen Liga für Rayo Vallecano aktiv ist und mit der Rückennummer 8 für Äquatorial-Guinea hätte spielen sollen, hat nach Worten von Tatjana Haenni, Fifa-Abteilungsleiterin für Frauenfußball-Wettbewerbe, für die Nationalmannschaft Spaniens an internationalen Spielen teilgenommen - nach den Vorschriften des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) ist damit ein Verbandswechsel nicht möglich.

Zuvor war lediglich bekannt gewesen, dass die 25 Jahre alte Spielerin 2004 für das spanische Juniorinnen-Nationalteam bei einer Europameisterschaft angetreten war und unter anderem gegen Deutschland im Finale ein Tor erzielt hatte. Ein Wechsel zum Verband des WM-Debütanten aus Afrika wäre da noch regelkonform gewesen für Jade Boho, die eine aus Äquatorial-Guinea stammende Mutter haben soll.

Äquatorial-Guinea steht schon länger unter Verdacht

Der Fußballverband aus dem kleinen westafrikanischen Land, der nach den Fifa-Regularien eigenverantwortlich die Spielberechtigung seiner Akteurinnen prüfen muss, darf nun keine Spielerin nachnominieren und muss wohl mit zusätzlichen Sanktionen rechnen. „Wir akzeptieren diese Suspendierung. Wir waren der Ansicht, dass die Spielerin aufgrund der Herkunft ihrer Mutter für uns hätte spielen dürfen. Die Fifa-Regularien sehen das aber anders“, sagt David Monsuy Ndong, Sprecher des Verbandes.

Der Verband von Äquatorial-Guinea steht schon länger unter dem Verdacht, unlautere Methoden anzuwenden. Nach der Qualifikation für die Weltmeisterschaft gab es Vorwürfe beispielsweise aus den Reihen des WM-Teilnehmers Nigeria, dass das Team Männer eingesetzt habe. Zwei der drei von Nigeria beanstandeten Spielerinnen, die vermeintlichen Schwestern Bilinguisa und Salimata Simpore, hat der Verband Äquatorial-Guineas nun nicht für die WM nominiert, nach Worten von Tatjana Haenni ohne Druck seitens der Fifa.

Bei Genoveva Anonma scheinen die Vorwürfe aus Nigeria aus der Luft gegriffen. Die Spielführerin und beste Akteurin des Afrikameisters von 2008 führt ihr Team auch im WM-Turnier an, wenn Äquatorial-Guinea am Mittwoch in Augsburg gegen Norwegen (15.00 Uhr / FAZ.NET-Frauenfußball-WM-Liveticker) erstmals ins Geschehen eingreift.

Allerdings gibt es Zweifel an der regelkonformen Einbürgerung weiterer Spielerinnen, vor allem der Akteurinnen brasilianischer Abstammung. Dem Team gehören insgesamt sieben Spielerinnen an, deren Wurzeln in Brasilien liegen und die großenteils noch immer für brasilianische Klubs spielen. Der ebenfalls aus dem südamerikanischen Land stammende Trainer Marcelo Frigerio machte im Trainingslager in Bitburg auch kein Hehl daraus, die Spielerinnen aus seiner Heimat zu kennen. „Für mich zählt nur, dass sie einen Pass von Äquatorial-Guinea und die Spielberechtigung haben“, sagte er Ende Mai.

Brisanz durch die Einbürgerung von Brasilianerinnen

Um für Äquatorial-Guinea spielberechtigt zu sein, müssen die gebürtigen Brasilianerinnen entweder Vorfahren aus dem Land nachweisen oder zumindest fünf Jahre dauerhaft in dem westafrikanischen Staat gelebt haben. Beobachter des afrikanischen Fußballs zweifeln stark daran, dass diese Grundvoraussetzungen bei all diesen Spielerinnen erfüllt sind. Der Fifa scheinen freilich im Umgang mit einem quasidiktatorisch geführten Staat wie Äquatorial-Guinea weitgehend die Hände gebunden.

Die Geschichte mit den Brasilianerinnen könnte im Verlauf des Turniers noch zusätzliche Brisanz erhalten. Brasilien und Äquatorial-Guinea treffen in ihrer Vorrundengruppe aufeinander. Es würde nicht verwundern, wenn die Brasilianerinnen im Fall einer Niederlage manche ihrer Gegnerinnen zu entlarven versuchen könnten.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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