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FAZ.NET-Euro-Spezial: Rumänien Griechenland als Vorbild in der „Horror-Gruppe“

01.06.2008 ·  In der „Todesgruppe C“ gilt Rumänien als großer Außenseiter. Doch Trainer Victor Piturca will nicht schon vor dem Turnier aufgeben. Als Vorbild dient ihm der Europameister von 2004. Helfen soll vor allem Starspieler Adrian Mutu. Teil 10 der FAZ.NET-Euro-Vorschau.

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„Du hast keine Chance, also nutze sie“ - so lautet das Motto der rumänischen Fußball-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni). Trainer Victor Piturca hatte jedenfalls schon direkt im Anschluss an die Auslosung der Vorrundengruppe C, die den Rumänen Weltmeister Italien, Vize-Weltmeister Frankreich und die Niederlande als „Horror-Gegner“ in der Gruppenphase bescherte, nicht viel mehr als Galgenhumor zu bieten.

„Das ist eine sehr schöne und total leichte Gruppe. Das sind ja nur die drei besten Mannschaften des Kontinents“, meinte Piturca damals mit einem Grinsen im Gesicht. Doch obwohl der 51-Jährige weiß, dass sein Team als krasser Außenseiter in der Hammergruppe gilt, rechnet er sich dennoch Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals aus: „Das wird eine tolle Erfahrung für uns. Und warum sollten wir nicht in die nächste Runde kommen?“

„Es macht keinen Sinn, nochmal darüber zu sprechen“

Piturca hat seinen Schützlingen bereits ein Vorbild für die Titelkämpfe mit auf den Weg gegeben. „Natürlich haben sich bessere Mannschaften als Rumänien für die EM qualifiziert. Aber wir haben auch unsere Möglichkeiten. Deshalb besteht die Chance, dass wir auch etwas Großes schaffen können - so wie die Griechen, die vor vier Jahren Europameister wurden. Auf diesem Niveau ist einfach alles möglich“, erklärte der Coach mit dem interessanten Werdegang.

Piturca hatte die Rumänen schon im Vorfeld der Euro 2000 in den Niederlanden und Belgien erfolgreich durch die Qualifikation geführt. Doch Auseinandersetzungen mit den damaligen Starspielern Gheorghe Hagi und Gheorghe Popescu zwangen den ehemaligen Profi des rumänischen Rekordmeisters Steaua Bukarest, mit dem er 1986 den Europapokal der Landesmeister gewann, vor der Endrunde zum Rücktritt. „Das ist lange her. Es würde keinen Sinn machen, noch einmal darüber zu sprechen“, meinte Piturca, den der damalige Streit bei seinem zweiten Engagement als Nationaltrainer ab Dezember 2004 nur noch mehr angespornt hat.

„Unsere größte Stärke ist das Auftreten als Team“

„Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die Euro-Qualifikation geschafft haben. Und es war wieder der Coach mit Namen Piturca, der dieses Ziel erreicht hat. Nun wollen wir auch bei der Endrunde zeigen, was wir können“, sagte der 13-malige Nationalspieler. Um bei der Euro trotz der starken Gegner eine gute Rolle spielen zu können, baut Piturca auf eine geschlossene Mannschaftsleistung und Disziplin.

Deshalb hält der frühere U21-Nationaltrainer auch nichts von der These, dass sein Team von Starstürmer Adrian Mutu vom AC Florenz abhängig sei. „Die Leistung meiner Mannschaft hängt ganz sicher nicht von einem Spieler ab. Unsere größte Stärke ist das Auftreten als in sich geschlossene Einheit. Jeder Spieler ist wichtig“, erklärte Piturca: „Auf diesem Niveau kommt es vor allem auf Disziplin und eine ausgereifte Taktik an. Das braucht man, um etwas zu erreichen.“

DIE FAZ.NET-PROGNOSE:

Rumäniens Nationalmannschaft ist stärker als viele zunächst glauben, das bewiesen sie etwa in der Qualifikation, die sie sicher als Erster meisterten. In der „Todesgruppe“ mit Italien, Frankreich und den Niederlanden werden sie dennoch nicht weiterkommen, dafür ist die Konkurrenz einfach zu stark. Aber die Rumänen werden das Zünglein an der Waage spielen, indem sie gegen mindestens einen Gegner ein Remis oder gar mehr erreichen - und damit nicht mit null Zählern den letzten Platz belegen.

Der Vorrunden-Spielplan Rumäniens:

09. Juni - Gruppe C in Zürich: Rumänien - Frankreich (18.00)
13. Juni - Gruppe C in Zürich: Italien - Rumänien (18.00)
17. Juni - Gruppe C in Bern: Niederlande - Rumänien (20.45)

Viertelfinale:

21. Juni in Basel: Sieger Gruppe C - Zweiter Gruppe D (20.45)
22. Juni in Wien: Sieger Gruppe D - Zweiter Gruppe C (20.45)

Halbfinale:

26. Juni in Wien: Sieger Viertelfinale 3 - Sieger Viertelfinale 4 (20.45)

Finale:

29. Juni in Wien: Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2 (20.45)

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