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FAZ.NET-Euro-Spezial: Portugal Kein „Maestro“, aber Ronaldo soll es richten

26.05.2008 ·  Die Portugiesen zeigten in den letzten Jahren, welch hohe Qualität in der Mannschaft steckt. Dennoch glauben nur die wenigsten Fans eine an erfolgreiche Euro. Rettung könnte es durch den derzeit besten Spieler der Welt geben. Teil 4 der FAZ.NET-Euro-Vorschau.

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Die Vorfreude auf die Endrunde der Euro 2008 hält sich in Portugal anders als vor vier Jahren in Grenzen. Klar, 2004 war man Gastgeber. Das ist für einen Ausrichter immer etwas Besonderes, was man zuletzt bei der WM-Endrunde in Deutschland sehen konnte. Aber hinter der Zurückhaltung steckt mehr: Nur wenige Fans glauben, dass der Vize-Europameister endlich mal den großen Wurf landen und einen Titel holen wird.

Die Niederlagen in Länderspielen nach eher dürftigen Leistungen gegen Weltmeister Italien (1:3) und Angstgegner Griechenland (1:2), gegen den man das Euro-Finale 2004 verloren hatte, sowie die durchwachsene Qualifikation haben Skepsis ausgelöst. Und ein Luis Figo, die Lichtgestalt der sogenannten Goldenen Ära im portugiesischen Fußball, ist nicht zu ersetzen.

„Wir können das Finale erreichen - wie schon 2004“

So unternahm die Fangemeinde wenige Monate vor dem Endturnier nochmals einen tollkühnen Vorstoß. Mit einer Petition über das Internet, für die 7000 Unterschriften zusammenkamen, versuchten die Anhänger den 35 Jahre alten Ausnahmespieler und Frauenschwarm zur Rückkehr in die Selecao zu bewegen. Der Weltfußballer von 2001 und portugiesische Rekordnationalspieler, der zurzeit noch beim italienischen Meister Inter Mailand spielt, lehnte höflich aber bestimmt ab.

In Mittelfeldstar Deco vom FC Barcelona sehen die Fans von der iberischen Halbinsel eben keinen „Maestro“. Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen. „Wir können das Finale erreichen. Das haben wir 2004 gezeigt“, erklärte der nicht unumstrittene Brasilianer.

„Wir haben gefährliche Gegner in der Gruppe“

Scolari, der sein Land 2002 mit dem Finalsieg gegen Deutschland zum Weltmeister machte, weiß aber auch, das die Europameisterschaft kein Selbstläufer ist. „Portugal muss vorsichtig sein. Wir haben gefährliche Gegner in der Gruppe. Bei der EM müssen wir als Team auftreten“, sagte der 59-Jährige zu den Kontrahenten in der Gruppe A.

Auftaktspiel am 7. Juni ist gegen die Türkei, es folgen die schweren Aufgaben gegen Tschechien (11. Juni) und Gastgeber Schweiz (15. Juni). Scolaris Vertrag läuft im Übrigen nach der Euro aus. Es soll abhängig vom Turnierverlauf Verhandlungen über eine Fortsetzung des Engagements geben.

Im Euro-Kader stehen wohl auch zwei „Deutsche“

Erfolgsgarant für die Brasilianer Europas soll Superstar Cristiano Ronaldo sein. Der Stürmer ist in der Form seines Leben und auch bei seinem Klub Manchester United mittlerweile die Schlüsselfigur. Deshalb wird der 23-Jährige auch bei der Euro die Kapitänsbinde tragen, was ansonsten in Portugal traditionell nur den erfahrensten Spielern vorbehalten ist.

Im Kader des WM-Dritten von 1966 werden auch zwei Legionäre aus der Bundesliga stehen. In der Abwehr Fernando Meira vom VfB Stuttgart und wohl auch Stürmer Hugo Almeida von Werder Bremen. Meira war auch schon bei der Weltmeisterschaft 2006 dabei mit dem Abschluss im Spiel um Platz drei in Stuttgart, das man gegen Deutschland 1:3 verlor. Nun stellt sich die große Frage: Schaffen es die Portugiesen wie 2004 wieder ins Finale?

DIE FAZ.NET-PROGNOSE:

Portugal ist auf dem Papier der klare Favorit in Gruppe A. Gleich in der ersten Partie gegen den vermeintlichen Außenseiter Türkei können sie den Grundstein für das erreichen des Achtelfinales legen. Im Normalfall und mit einem Cristiano Ronaldo in Topform schlagen sie auch die anderen Gegner und erreichen als Gruppenerster die Runde der letzten Acht. Auch dort haben sie ziemlich gute Chancen - könnten aber auf die deutsche Nationalmannschaft treffen. Ist dies nicht der Fall, werden die Portugiesen bis ins Halbfinale marschieren.

Der Vorrunden-Spielplan Portugals:

07. Juni - Gruppe A in Genf: Portugal - Türkei (20.45 Uhr)
11. Juni - Gruppe A in Genf: Tschechien - Portugal (18.00 Uhr)
15. Juni - Gruppe A in Basel: Schweiz - Portugal (20.45 Uhr)

Viertelfinale:

19. Juni in Basel: Sieger Gruppe A - Zweiter Gruppe B (20.45 Uhr)
20. Juni in Wien: Sieger Gruppe B - Zweiter Gruppe A (20.45 Uhr)

Halbfinale:

25. Juni in Basel: Sieger Viertelfinale 1 - Sieger Viertelfinale 2 (20.45 Uhr)

Finale:

29. Juni in Wien: Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2 (20.45 Uhr)


Alle Spiele, alle Tore - Portugal bei der Euro im FAZ.NET-Liveticker

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