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Die Nationalmannschaft bereitet sich vor Yoga, Tennis, Türkei

21.06.2008 ·  Am Ende des Mannschaftsgrillens stand fest: Deutschland trifft im Halbfinale auf die Türkei. Der Berliner Arne Friedrich freut sich darauf. Auch seine Mannschaftskollegen fanden zwischen Yogaübungen und Tennisturnier lobende Worte über den nächsten Gegner.

Von Marc Heinrich, Ascona
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Einen ersten Eindruck, welche Begeisterung der Halbfinaleinzug der Türken bei ihren Fans ausgelöst hat, bekam Arne Friedrich, als er am Morgen mit seiner Freundin in der Heimat telefonierte. Seine Lebensgefährtin, die mit dem 29 Jahre alten Hertha-Kapitän im Herzen Berlins wohnt, berichtete dem Abwehrmann der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von „unglaublichen Szenen“, die sich in der Nacht in der Hauptstadt zugetragen hätten. „Es war wohl die Hölle los“, erzählte Friedrich am Samstag im EM-Trainingsquartier im schweizerischen Tenero.

Er selbst hatte nicht mehr damit gerechnet, dass die Elf von Trainer Fatih Terim nach dem 1:0 der Kroaten in der 119. Minute noch als Sieger vom Platz gehen würde. Friedrich verließ die Zusammenkunft der Nationalspieler, die nach einem Barbecue gemeinsam vor dem Fernsehgerät saßen, und hatte gerade die Lobby im Mannschaftshotel erreicht, als er nach lautem Gebrüll seiner Kollegen auf dem Absatz kehrt machte.

Löw: „Die Türken sind unberechenbar“

Ausgleich in der allerletzten Sekunde, nervenstark im Elfmeterschießen - „die Türken“, sagte Friedrich beeindruckt und zog bei seiner Betrachtung des kommenden Gegners auch den 3:2-Triumph in der Vorrunde gegen die Tschechen mit ein, „geben niemals auf“. Spielerisch, so seine Vermutung, sei der Zwanzigste der Fifa-Weltrangliste der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am kommenden Mittwoch wohl unterlegen, „die größte Gefahr für uns besteht aber darin, dass wir sie unterschätzen“.

Bundestrainer Joachim Löw teilte den Eindruck: „Die Türken haben gezeigt, dass mit ihnen immer zu rechnen ist, egal wie der Spielstand ist. Sie sind unberechenbar“, lautete sein Urteil. Löw besitzt seit seiner Zeit als Cheftrainer bei Fenerbahce Istanbul (1. Juli 1998 bis 29. Mai 1999) und Adanaspor (20. Dezember 2000 bis 4. März 2001) Kontakte in die Türkei. „Ich habe dort viele Freunde“, sagte der Coach.

Köpke: „Wir wollen den Pokal“

Die bisherige Bilanz spricht mit elf Siegen in siebzehn Begegnungen deutlich für die deutsche Mannschaft, doch der letzte Sieg gelang im Mai 1992 in Gelsenkirchen. Miroslav Klose, zuletzt gegen die Portugiesen einzige Spitze und Torschütze, sprach sich auch gegen die Türken für eine Taktik mit lediglich einem Angreifer und einem fünfköpfigen Mittelfeld aus: „Man hat gesehen, dass wir uns so wohl fühlen“, sagte der Bayern-Stürmer, der aber zugleich betonte: „Viel wichtiger ist, dass wieder jeder für den anderen da ist. Da ist er egal, mit welchem System wir spielen.“

Dies unterstrich auch Andreas Köpke, der wegen der Sperre von Löw am Donnerstag an der Seite von Hansi Flick erstmals als Assistent auf der Bank saß. Für den Europameister von 1996 und aktuellen Torwarttrainer stand unabhängig von der prinzipiellen Marschroute fest, „dass wir den nächsten Schritt machen und ins Endspiel einziehen. Es ist an der Zeit, mal wieder Geschichte zu schreiben: Wir wollen den Pokal.“

Tennis, Biken, Yoga: Das Alternativprogramm am Lago Maggiore

Über Stärken und Schwächen der Türken werden die deutschen Spieler von diesem Sonntag an auch in Vieraugengesprächen detailliert unterrichtet. Bis dahin sollten sie, so Köpke, „die Köpfe freibekommen“. Dazu erhielten die Profis Profis am Samstag unter anderem die Möglichkeit, bei einem teaminternen Tennisturnier, beim Wasserball, auf einer Biketour rund um den Lago Maggiore oder einer Yoga-Stunde abzuschalten.

Löw und DFB-Chefscout Urs Siegenthaler reisten unterdessen nach Basel, um das Viertelfinal-Duell zwischen den Niederlanden und Russland live zu verfolgen. Umfangreicheres Training steht von diesem Sonntag an wieder auf dem Programm: „Dann beginnt der Countdown für das Match gegen die Türken“, sagte Köpke, „für das wir uns wappnen müssen.“

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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