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2:0 gegen Polen Podolski schoss den Sieg heraus

09.06.2008 ·  Lukas Podolski kam, sah und schoss die deutsche Mannschaft zum ersten Sieg bei einer Fußball-Europameisterschaft seit 1996. Mit seinen beiden Treffern in der 20. und 73. Minute bescherte der Münchner Stürmer der deutschen Mannschaft einen Turnierauftakt nach Maß.

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Lukas Podolski kam, sah und schoss die deutsche Mannschaft zum ersten Sieg bei einer Fußball-Europameisterschaft seit 1996. Mit seinen beiden Treffern in der 20. und 73. Minute bescherte der Münchner Stürmer, der von Bundestrainer Joachim Löw gegen sein polnisches Geburtsland von Beginn an auf den Platz geschickt wurde, der Auswahl des Deutsche Fußball-Bundes (DFB) einen Turnierauftakt nach Maß.

Nach dem 2:0-Auftakterfolg in Klagenfurt gegen die Mannschaft von Leo Beenhakker, dem ersten EM-Sieg seit dem Finaltriumph gegen Tschechien vor zwölf Jahren, setzte sich die deutsche Mannschaft gleich an die Tabellenspitze der Gruppe B. Krönte Podolski mit seinem ersten Tor den anfänglichen Elan der DFB-Auswahl, so beendete er mit dem zweiten Streich eine Sturm-und-Drang-Phase der Polen.

Sommermärchen auch in Österreich und der Schweiz möglich

Nach dem gelungenen Start können die deutschen Spieler, die von Bundestrainer Löw offenbar auf den Punkt genau topfit gemacht wurden, ohne übermäßigen Druck in die weiteren Gruppenspiele gegen Kroatien am kommenden Donnerstag sowie Österreich in acht Tagen gehen. Der Favoritenrolle in ihrer Gruppe wurde der dreimalige Europameister über weite Strecken gerecht, so dass ein Sommermärchen auch in Österreich und der Schweiz durchaus möglich scheint.

2:0 gegen Polen: Podolski schoss den Sieg heraus

Die mögliche Neuauflage des Sommermärchens von 2006 begann allerdings bei weniger gutem Wetter und in wesentlich kleinerem Rahmen als damals in heimischen Gefilden. Anders als beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Nationalteams vor zwei Jahren, als 65.000 Zuschauer in der Dortmunder WM-Arena den deutschen 1:0-Vorrundensieg durch Oliver Neuvilles Last-Minute-Treffer miterlebten, fanden im Klagenfurter Wörthersee-Stadion nur 32.000 Zuschauer Platz; darunter eine deutsche Minderheit von knapp 7000 Fans.

Podolski war der Nutznießer

Für einen der deutschen Hauptdarsteller fand die sommermärchenhafte Harmonie am Sonntag zunächst keine Fortsetzung. Zwar hatte Bundestrainer Löw bei Bastian Schweinsteiger nach dem Abschlusstraining „klare Fortschritte“ festgestellt, doch genügte die ansteigende Formkurve nicht, um dem Münchner den gewohnten Platz in der Startelf einzuräumen. Schweinsteiger musste bis zur 55. Minute auf die Bank, stattdessen schickte Löw Clemens Fritz von Beginn an ins rechte Mittelfeld.

Bis zu seiner Auswechslung konnte der Bremer das Vertrauen mit vielen flinken Vorstößen und Flanken mehr als rechtfertigen. Lukas Podolski durfte den Platz auf der anderen Mittelfeldseite einnehmen; auch er belebte das deutsche Offensivspiel hinter den Angreifern Miroslav Klose und Mario Gomez, nicht nur wegen seines frühen Führungstreffers.

Das Kollektiv funktionierte reibungslos

Ihrem guten Ruf wurde der Sturm auf allen Positionen in Windeseile gerecht. Nach vier Minuten fehlten dem deutschen Angriffsduo nur ein paar Zentimeter zum ganz frühen Führungstreffer. Kapitän Michael Ballack hatte die polnische Abwehr mit einem feinen Pass überlistet, doch der gestartete Klose bediente seinen Kompagnon Gomez ebenso uneigennützig wie ungenau - selbst das lange Bein des Stuttgarters war zu kurz, um den Ball den letzten Kick ins leere Tor zu verpassen.

Als sich die deutsche Hintermannschaft nach anfänglichen Missverständnissen zwischen Torhüter Jens Lehmann und seinen Vorderleuten gefestigt hatte, zeigte sich auch die deutsche Offensive im entscheidenden Moment wieder voll auf der Höhe. Podolski war der Nutznießer einer schnellen Dreier-Kombination, die zur Führung führte: Gomez spielte auf halbrechts Klose frei, der in etwas abseitsverdächtiger Position lauerte und den ins Sturmzentrum geeilten Podolski mustergültig bediente. Den Polen schmeckte dieser Treffer doppelt und dreifach nicht, wurden doch die beiden Wahl-Münchner Klose und Podolski in Polen geboren.

Ballack als Erster unter Gleichen

Als die deutsche Mannschaft in einigen Szenen nicht wie von Löw gefordert das Tempo diktierte, sondern sich etwas zurückzog, deutete die Mannschaft von Trainer Leo Beenhakker ihre Stärken an. Erst zwang Lobodzinski Torhüter Lehmann zu einer Parade (28. Minute), dann strich Zurawskis Schuss knapp am langen Eck des deutschen Tores vorbei (36.). Nach zehn verhaltener geführten Minuten versuchte die DFB-Elf aber wieder verstärkt, bis zur Halbzeitpause den zweiten Treffer nachzulegen. Dabei funktionierte das Kollektiv zumeist so reibungslos, dass Kapitän Ballack sich als Erster unter Gleichen einordnete, ohne eine übermäßig dominante Rolle einzunehmen. Der Chelsea-Profi sah auch zu, wie die Fritz in der 38. Minute mit einer Flanke Gomez fand, aber der Stuttgarter am polnischen Tor vorbeizielte. Dass sie keinen größeren Vorsprung mit in die Kabine nahm, war das Einzige, was sich die DFB-Auswahl nach den ersten 45 Minuten vorzuwerfen hatte.

Der knappe Rückstand schien Beenhakkers Buben in der zweiten Halbzeit zu beflügeln. Da zuvor körperlich topfit wirkende DFB-Team ließ plötzlich nach und sah sich einem polnischen Sturmwirbel ausgesetzt. Zunehmend bestätigte sich Löws respektvolle Einschätzung, dass die Polen im Vergleich zu „ein viel stärkeres Team“ hätten. Doch fehlte den Polen einer, den die DFB-Elf in ihren Reihen hatte: einer, der seine Chancen kaltschnäuzig nutzt - eben einer wie Podolski. Drei Minuten, nachdem Ballack am polnischen Schlussmann Boruc gescheitert war, sorgte der Bayern-Profi mit seinem knallharten Linksschuss ins Toreck (73.) bei den Deutschen für eine allgemeine Beruhigung, die sich mit weiteren Siegen zu einem neuen Sommerwochen auswachsen könnte.

Deutschland - Polen 2:0 (1:0)
Deutschland:
Lehmann - Lahm, Mertesacker, Metzelder, Jansen - Fritz (55. Schweinsteiger), Frings, Ballack, Podolski - Klose (90.+1 Kuranyi), Gomez (75. Hitzlsperger)
Polen: Boruc - Wasilewski, Zewlakow, Bak, Golanski (75. Saganowski) - Dudka, Lewandowski - Lobodzinski (65. Piszczek), Zurawski (46. Guerreiro), Krzynowek - Smolarek
Schiedsrichter: Øvrebø (Norwegen)
Zuschauer: 30.000 in Klagenfurt
Tor:
1:0 Podolski (20.), 2:0 Podolski (72.)
Gelbe Karten: Schweinsteiger - Smolarek, Lewandowski

Quelle: FAZ.NET
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