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Dienstag, 18. Juni 2013
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3:1 gegen Tschechien Portugal erstes Team im Viertelfinale

 ·  Portugal siegt weiter: Nach dem 3:1-Sieg gegen Tschechien zieht der Europameisterschafts-Zweite von 2004 als Erster der Gruppe A ins Viertelfinale ein. „Portugal kann vom Europameistertitel träumen“, sagte Eusebio.

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Die Portugal-Party geht weiter. Auch in ihrem zweiten Spiel bei der Europameisterschaft haben die Portugiesen gezeigt, dass sie mit ihrem ganz eigenen, attraktiven Stil nicht nur gefallen, sondern auch gewinnen können. In einer hochklassigen Partie besiegten die Portugiesen am Mittwoch abend in Genf die starken Tschechen 3:1. Der Sieg veranlasste Portugals Fußball-Ikone Eusebio auf der Tribüne anschließend zum emphatischen Lobgesang: „Portugal kann vom Europameistertitel träumen, wir haben eine gute portugiesische Mannschaft gesehen, die einen Sieg für das portugiesische Volk vollbracht hat.“

Schon nach acht Minuten hatte der überragende Deco die Führung erzielt, ehe nach 16 Minuten Libor Sionko für die Tschechen ausglich. Das 2:1 besorgte Superstar Ronaldo nach einem perfekten Zuspiel von Deco in der 65. Minute. In der Nachspielzeit war es wieder Deco, der gegen die aufgerückten Tschechen mit einem gedankenschnell ausgeführten Freistoß Ronaldo freispielte. Dessen Querpass schob der eingewechselte Quaresma zur endgültigen Entscheidung ins leere Tor. „Ich bin sehr erfreut, Kompliment an meine Mannschaft“, lobte Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari sein Team nach dem Sieg. „Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Ein Sieg wie dieser zeigt, dass unsere Arbeit Früchte trägt.“ Der tschechische Abwehrspieler Tomas Ujfalusi trauerte unterdessen einigen vergebenen Chancen seines Teams nach. „Wir haben heute besser gespielt als gegen die Schweiz und mit den Portugiesen gut mitgehalten“, sagte der ehemalige HSV-Spieler. „Das zweite Gegentor war ein wenig unglücklich, und dann mussten wir natürlich mehr riskieren, konnten aber leider den Ausgleich nicht schaffen. Ich glaube aber, dass wir noch genügend Kraft haben, um die Türkei zu schlagen.“

Nur acht Minuten bis zur höchsten Drehzahl

Scolari, der brasilianische Chef der „Seleccao“, hatte die gleiche Startelf wie beim 2:0-Auftaktsieg gegen die Türkei aufgeboten. Dagegen machte Kollege Karel Brückner nach dem glücklichen 1:0-Sieg der Tschechen gegen die Schweiz seine Ankündigung wahr, man könne „auch ein siegreiches Team ändern“. Opfer der Umstellung war der Sturmriese Jan Koller, dessen 54 Länderspieltore von keinem anderen EM-Spieler übertroffen werden, der aber gegen die Schweiz nicht ins Spiel gekommen war. An seiner Stelle sollte der schnellere Milan Baros gegen Portugal für Gefahr sorgen.

3:1 gegen Tschechien: Portugal erstes Team im Viertelfinale

Nur acht Minuten brauchte die portugiesische Kombiniermaschine, um auf die nötige Drehzahl zu kommen. Deco, der Spielmacher, der wie immer jeden Ball im Aufbau forderte, spielte auf den von der linken Seite nach innen gestarteten Cristiano Ronaldo. Der nahm den Ball in vollem Tempo mit und spielte Doppelpass mit Nuno Gomes. Sein erster Schussversuch konnte noch vom herausgeeilten Peter Cech abgeblockt werden. Auch beim Nachschuss von Deco bekam der tschechische Torwart noch die Hand an den Ball, doch im zweiten Versuch stocherte Deco ihn an Verteidiger Marek Jankulovski vorbei ins Tor.

Körperbetonte Tschechen schlagen zurück

Die Führung hielt nur neun Minuten. Ein erstes Zeichen tschechischer Gefährlichkeit setzte der Rechtsaußen Sionko, der sich im Strafraum bis an die Grundlinie vorarbeitete, mit seiner Hereingabe jedoch keinen Mitspieler fand. Bei der daraus resultierenden Ecke jedoch machte es Sionko besser, er stahl sich seinem Gegenspieler davon und köpfte den Ball ins Netz. Die Tschechen traten nun sehr körperbetont auf, versuchten mit großem Einsatz den Portugiesen schon bei der Ballannahme in Nacken und Hacken zu sitzen.

So fand Deco immer seltener Raum, Zeit und Anspielstationen, um sein Kombinationsspiel aufzuziehen. Wenn die Portugiesen im weiteren Verlauf der ersten Hälfte gefährlich wurden, dann durch Einzelaktionen: einen Weitschuss von Deco, der knapp über den Winkel strich (24. Minute), einen wuchtigen Linksschuss von Ronaldo, den Cech im Hechtflug abwehrte (40.). Durch seine ständigen Seitenwechsel und seine Schnelligkeit war Ronaldo auch für die aufmerksamen Tschechen nicht immer zu stellen, doch fehlte ihm im Abschluss noch die letzte Präzision.

Ronaldo erlöst Portugal

Auch die einzige Führungschance der Tschechen vor der Pause entstand durch die Einzelaktion eines Portugiesen: Ricardo, Portugals Torwartproblem, flog in der 29. Minute unter einer Ecke durch, aber Sionko konnte nicht entscheidend davon profitieren. Kurz nach der Pause zeigten die Tschechen ihre bis dahin beste Kombination - Matejovsky spielte den starken Sionko frei, und dessen scharfe, flache Hereingabe verpasste Baros, der Torschützenkönig der letzten Europameisterschaft, im Fünfmeterraum nur knapp.

Immer wieder zeigten sich die Portugiesen anfällig bei Eckbällen, Ujfalusi verfehlte mit seinem Kopfball in der 63. Minute das Tor nur um Zentimeter. Die Portugiesen waren so eben davongekommen. Fast im Gegenzug schlugen sie zu. Mit einem feinen Diagonalpass bediente Joao Moutinho Deco, der sich auf der rechten Seite freigestohlen hatte, und der spielte einen zentimetergenauen Außenrist-Pass in den Lauf des in den Strafraum spurtenden Ronaldo. Der schoss den Ball direkt mit rechts flach ins linke Eck und blieb später dennoch erstaunlich bescheiden. „Ich bin sehr erfreut, Kompliment an meine Mannschaft“, sagte der Star der Portugiesen. „Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Ein Sieg wie dieser zeigt, dass unsere Arbeit Früchte trägt.“ Abermals, wie alle anderen Tore des Teams zuvor bei dieser Europameiserschaft war das 2:1 ein Produkt echt portugiesischen Kombinationsfußballs mit Gütesiegel.

Die Abwehr wackelte danach zwar noch einige Male, vor allem nach der Einwechslung von Koller in der Schlussphase. Doch die Portugiesen verteidigten den Vorsprung, setzten den finalen Treffer und durften sich danach erste Gedanken über einen möglichen Viertelfinalgegner machen. Sie haben bereits Respekt vor Deutschland geäußert, laut Deco „eine großartige Mannschaft“ - ein Kompliment, das man zurückgeben muss.

Tschechien - Portugal 1:3 (1:1)

Tschechien: Cech - Grygera, Ujfalusi, Rozehnal, Jankulovski -
Polak, Galasek (73. Koller), Matejovsky (68. Vlcek) - Sionko, Plasil
(85. Jarolim) - Baros

Portugal: Ricardo - Bosingwa, Pepe, Ricardo Carvalho, Paulo
Ferreira - Petit, João Moutinho (75. Fernando Meira) - Simão (80.
Ricardo Quaresma), Deco, Cristiano Ronaldo - Nuno Gomes (80. Hugo
Almeida)

Schiedsrichter: Vassaras (Griechenland)

Zuschauer: 29 016 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Deco (8.), 1:1 Sionko (17.), 1:2 Cristiano Ronaldo
(63.), 1:3 Ricardo Quaresma (90.+1)
Gelbe Karten: Polak / Bosingwa

Quelle: F.A.Z
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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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