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Ukraine gegen Frankreich 57 Minuten Pause

 ·  Heftiger Regen zwingt die Ukraine und Frankreich bei der Fußball-EM zu einer unfreiwilligen Pause. Fast eine Stunde ist die Partie unterbrochen. Erinnerungen an Frankfurt 1974 werden wach.

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© AFP Gefährlich und ungemütlich: Über Donezk tobte ein heftiges Gewitter

Novum bei der Fußball-EM 2012: Sintflutartige Gewitterschauer haben eine 57-minütige Unterbrechung des Gruppenspiels zwischen Co-Gastgeber Ukraine und Frankreich erzwungen. Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden schickte die Spieler am Freitagabend nach nur 4:14 Minuten vom Feld, weil es in Donezk heftig zu regnen begonnen hatte.

Wegen der Verzögerung entschied sich die Europäische Fußball-Union Uefa, die nachfolgende Partie zwischen England und Schweden in Kiew um 15 Minuten zu verschieben. In Donezk zuckten schon vor dem Anpfiff Blitze über der Donbass-Arena. Die Hymnen wurden von mächtigem Donnergrollen übertönt. Dann brach der Sturzregen los.

Innerhalb von Minuten war der Rasen von tiefen Pfützen durchzogen. Die Tribünen leerten sich in Windeseile. Zuschauer, Offizielle und Medienvertreter suchten Schutz vor den Wassermassen. Die Spieler warteten im Kabinengang auf weitere Anweisungen des Unparteiischen. Zahlreiche Stadionarbeiter versuchten, zunächst mit Harken Löcher in den Rasen zu stechen, damit das Wasser besser ablaufen konnte.

Die futuristische Arena, die 2009 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt wurde, ist mit modernster Drainage ausgestattet. Auch Walzen kamen zum Einsatz. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, testeten Uefa-Mitarbeiter das Rollverhalten des Balles und gaben ihr Okay.

Die Szenen erinnerten an die Wasserschlacht in Frankfurt bei der WM 1974, als Gastgeber Deutschland bei irregulären Bedingungen 1:0 gegen Polen gewonnen hatte. Damals war es auch mit Hilfe zahlreicher Walzen nicht gelungen, den Platz einigermaßen bespielbar zu machen. Gerd Müller schoss die DFB-Auswahl damals mit seinem Tor ins Finale, dort wurde das Team um Franz Beckenbauer Weltmeister.

Unmittelbar nach dem Ausbruch des schweren Sturms in Donezk zogen sich auch der ukrainische Staatspräsident Wiktor Janukowitsch und Uefa-Boss Michel Platini zurück in ihre trockenen Logen. In den Katakomben zog der französische Bayern-Star Franck Ribéry sofort sein Trikot aus und unterhielt sich mit einem blauen Handtuch über seinen Schultern mit seinem ukrainischen Vereinskollegen Anatoli Timoschtschuk. Frankreichs Coach Laurent Blanc fachsimpelte mit dem ukrainischen Weltstar Andrej Schwetschenko.

Schließlich entschied Referee Kuipers: Die Partie wird fortgesetzt. Kurz vor 20.00 Uhr Ortszeit kamen die Spieler zurück auf den Platz. Nach fast einstündiger Unterbrechung ging es endlich mit Schiedsrichter-Ball weiter.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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