01.07.2012 · Als erste Nationalelf gewinnt Spanien drei Turniere nacheinander. Im EM-Finale besiegen die Iberer Italien 4:0 nach Toren von Silva, Alba, Torres und Mata. Das Endspiel zeigt, dass ein Ende der spanischen Dominanz nicht in Sicht ist.
Von Peter Heß, KiewRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Glückwunsch zum verdienten EM Titel nach Spanien
Glückwunsch zum verdienten Vize - EM Titel nach Italien! Wir haben
gestern Abend "beim
Italiener" nicht jammern müssen, weil das Ergebnis zu
eindeutig war. Als ich gestern dem Patron sagte "seid froh, Ihr
habt wenigstens den Vize Titel und wir hätten überhaupt
nichts" kam wieder etwas Entspannung in sein Gesicht!
An Herrn Löw: In Spanien, Italien, Niederlande, Frankreich,
Portugal und England hätten
Sie schon keinen Job mehr. Als Beamter jedoch!
Und dann noch in dieser Höhe. Dem konnten die italienischen
Abwehr-Panzer nichts entgegensetzen.
Und Monti war eigens nach Kiew gereist! Hochmut kam hier direkt vor dem Fall.
Eine Genugtuung.
Hochmut?
Sehr geehrter Herr Siebrich,
ich kann ihren Beitrag hier leider nicht verstehen. Hochmut, weil ein
Regierungschef zum Finale seiner Manschaft reist? Also bitte.
Hochmut war es, zu glauben, unsere Nationalelf hätte gegen solche
Weltlasse-Teams auch nur den Hauch einer Chance.
Schon vor dem Anstoß war ja klar...
...dass das mit Italien nix werden konnte. Wenn man nur mal gesehen hat,
wie die ihre NATIONALhymne gesungen haben! Mit welcher Inbrunst und
Lautstärke!! Logisch, dass sie sich schon da völlig verausgabt
hatten. Die dringend benötigte Luft hätten sie sich mal lieber
fürs Spiel aufgespart...
.
(Sarkasmus aus.)
und schön anzusehen. Ein richtig großer Wermutstropfen ist
hier doch anzumerken.
Wo wären die Spanier gelandet, wenn die spanischen Vereine ihre
Steuerschulden von ca. 700 Millionen Euro endlich mal gezahlt
hätten? Solange diese Vereine mit dem Geld aus Brüssel
gesponsert werden, solange hat sich für mich die
Europameisterschaft im Fussball erledigt. An diesen Siegen kann man
erkennen wie lange Spanien Gelder von der EU kassiert.
Super Spiel, verdient gewonnen - aber nicht von einem anderen Stern
Gestern hatten die Italiener eben einen ähnlich schlechten Tag wie die Deutschen im Halbfinale. Plus Pech mit dem sofort verletzten Einwechselspieler. Die hier so negativen Kommentare, wie die Deutschen gegen die Spanier abgeschnitten hätten: Das hätte die Tagesform entschieden. So ist Fussball eben ;-) . Ich denke, dass das deutsche System kompatibler mit dem spanischen System ist, insofern wäre es vielleicht gar nicht soo klar gewesen. Aber hätte und würde und sollte: Spanien hat's gemacht, und das in der K.O. Phase voll verdient. Glückwunsch! In der Vorrunde war es aber beinahe vorbei! Hoffen wir mal auf die Rückkehr des deutschen Kampfgeistes und Bisses, für den wir früher immer bekannt waren. Spielerische Klasse haben wir schon deutlich mehr als früher.
Spanien gewinnt, in großen Stil, das EM-Finale und alle reden
davon wie unschlagbar und wie vom "anderen Stern" die Iberer
eigentlich sind. Wenn ich mich recht erinnere haben wir alle vor dem
Finale davon gesprochen, dass die Spanier nie so angreifbar waren wie
jetzt. Zu Recht: In der Vorrunde hätte es gegen Kroatien schon sehr
schnell vorbei sein können. Aber Stark und Rakitic waren mit ihnen.
Und wie hätte Deutschland gegen Spanien im Finale gespielt? Wer
soll das wissen? Alle, die sagen: "Wir wären genauso
untergegangen" sollen mir mal einen Blick auf ihre Glaskugel
gönnen. Vielleicht hätten wir auch verloren, vielleicht
hätten wir gewonnen. Who knows?
Glückwunsch zu dem Artikel.Im Gegensatz zu den üblichen Sichtweisen der Presse,die das Spiel sehr einseitig kommentieren,ist ihre Position erfreulich objektiv und gibt auch die potentiellen Chancen des Gegners wider sowie erwähnt deren Handicap,die 2.Halbzeit nur mit 10 Spielern präsent sein zu müssen.Auf jeden Fall waren die Azurris trotz des niederschmetternden Ergebnisses ein ersthafter Konkurrent!Spanien aber wird weiterhin nicht so leicht von der Spitzenposition verdrängt werden können!
Herzlichen Glückwunsch zu einem tollen Spiel und einem verdienten Titelgewinn! Wenn ein Ende der spanischen Dominanz nicht in Sicht wäre und man gegen Spanien kein Tor aus dem Spiel heraus erzielen könnte, müsste man halt 90 (bzw. 120) Minuten mauern und auf Standards bzw. Elfmeter setzen. Das würden ätzende Spiele, voller Wiederholungen langweiliger Passagen. Aber ich glaube, dass, was die Ballsicherheit, Laufbereitschaft, Schnelligkeit, Einsatzfreude, Konzentration, Passpräzision und Antizipation der Laufwege angeht, man als Mannschaft genau so gut werden kann wie Spanien. Ostafrika im Marathon zu schlagen wäre schwieriger.
Und die haben noch nicht mal einen Hymnentext….
… wie können die es wagen, wo doch das übliche Ritual
des Mannschaftssportlers die Inbrunst ist!
Kein Hymnentext
Es gibt deshalb keinen Taxt, weil die Hymne aus der scheinbar vergessenen faschistischen Zeit stammt, die in Spanien keineswegs vorbei, sondern nur mühsam übertünscht ist. Man denke an das Urteil gegen den Richter, der sich die Franco-Verbrachen vornehmen wollte und dafür verurteilt wurde, obwohl es nicht einmal einen Straftatbestand dafür gab.
Gestern wurde auch unter Beweis gestellt, wie schwach die Italiener im Prinzip sind und wie sie zu schlagen sind, nämlich mit schnellen Flügelspielern und konsequente Deckung von Bolatelli und Pirlo. Löw hat sich und seiner Mannschaft eigene Schwäche, sowie eine Stärke der Italiener einsuggeriert, die es nicht gegeben hat. Mit einem solchen Offensivspiel, das auch für unser Team im Bereich der Möglichkeiten liegt, wäre das Erreichen des Finales möglich gewesen. Zwar bezweifele ich, dass sie Spanien dann geschlagen hätten, aber man wäre mit viel mehr Selbstbewusstsein ins Spiel gegangen. So wie die Italiener hätte man sich nicht zerlegen lassen und De Bosque hätte sicher auch nicht diese Taktik gegen D angewandt.
Die Berichterstattung der FAZ zur EURO 2012 finde ich äußerst informativ und lesenswert. Sehr enttäuscht bin ich allerdings, dass die Sportredaktion das Deutsche Galopper-Derby überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt.
Ein Sieg des Fußballs.
Prandelli spielt ja nicht offensiv, weil er den italienischen Fußball revolutionieren will, sondern weil er nicht die Spieler für eine andere Spielweise hat und 2010 gezeigt hat, dass man ohne jede Offensivbemühung auch mal ganz leicht in einer Vorrunde ausscheidet. Aufgrund des 442 ergeben sich zwangsläufig die Lücken, in die sowohl die spanische, wie die deutsche Mannschaft hineingespielt haben. Die Spanier haben getroffen, die Deutschen nicht. Nach dem 1:0 war das Spiel entschieden, weil klar war, dass die Italiener nicht die Qualität haben, die Spaniern auszuspielen - und nicht nur auszukontern. Hätten die Italiener auf "chelsea" gemacht, wäre notwendig ein ermüdendes Tikitaka rund um den Elfer entstanden - seien wir also froh, dass die Italiener das gar nicht können.
... war für mich eine Szene aus der ersten Hälfte. Scharfe Hereingäbe von der Seitenlinie, Xavi lupft den Ball direkt mit der Annahme gefuehlvoll rückwärts über einen Gegner und spielt ihn auf der anderen Seite millimetergenau in den Lauf von Iniesta. Als Zuschauer möchte ich da niederknien und beten. Als Gegenspieler lässt man da noch mehr als bei Toren alle Hoffnung fahren. Gratulation an Spanien und Danke für einen tollen Fussballabend.
Das ist hier ja fast noch schlimmer, als an TV und auf dem Platz. Tenor:
Die Deutschen sollen froh sein, dass sie nicht gegen Spanien im Finale
standen. Sie hätten noch höher verloren. etc
Ja, mit dieser Haltung hätten sie das. Wie schon gegen Italien
diese Haltung schauerlich war. 2:0 und die Herren fallen tot. Was sage
ich tot: Heulend stehen sie da. Wie die deutschen Zuschauer. Die
Engländer haben wenigstens bis zum Schluss ihre Nationalhymne
gesungen. Doch auf dem Kontinent geht man jammernd zu Grunde. Weicheier
wurden sie daher gestern in dem kleinen, bösen Kommentar in der
Sonntags-FAZ genannt. Nur sind es die Zuschauer eben ebenfalls.
Zu den Realitäten: Ja, Spanien hat gestern verdient gewonnen.
Allerdings wa die Italiener auch nur zu zehnt. Doch wenn ich mich recht
erinnere: Chelsea war bei Barca auch nur mit 10 Mann dem Platz. Und lag
0:2 hinten. Aber?! Und Real? Wenn die jungen Giftzwerge um Götze
erstmal dürfen... Statt Schweinsteiger.
Klar zeigt Spanien auf, was man mit Willen, Einsatz und Leidenschaft
erreichen kann. Ganz anders wird es einem, wenn hier die
Wunderfußballer beschworen werden. Bei Betrachtung der Spiele
merkt man nur eines, auch die Spanier kochen manchmal auch nur mit
Wasser, oft mit lauwarmen.
Aber wenn es drauf ankommt, wird schnell ein Gang hochgeschalten und mit
Einsatz, dem unbestreitbaren Können auch das (die)Tor(e) erzwungen.
Welch uninspirierte Waschlappen haben denn für Deutschland
gespielt? Ständig wird das Schönspiel und die Jugend
beschworen, beide Fatoren sollen bestimmt beim nächsten Turnier zum
tragen kommen.... 2040 möglicherweise.
Einsatz,Biß, Leidenschaft, Teamplay, statt Söldnerseelentum.
Weiter so Spanien und viel Glück dem BRD Team beim nächsten
Platz 2,3 oder 4 :-)
Die Spanier haben doch bei allem
sehr "deutsch" gespielt. Wichtig war, dass sie dafür sorgten, dass dieser Kraftprotz Balotelli nicht ins Spiel kam. Das war schon die halbe Miete.
Spanien grandios - aber vielleicht hätte Italien genauer Chelsea studieren sollen
Spanien hat zweifellos hochverdient gewonnen und wunderbaren Fussball gezeigt. Aber zu so einem Spiel gehören natürlich immer zwei Mannschaften: eine die so spielt und eine die das auch zuläßt. Die Italiener haben aus meiner Sicht durchaus unterstützend mitgewirkt. Sie haben wohl das Unentschieden aus der Vorrunde vorschnell als Beweis genommen, mit den Spaniern schon auf Augenhöhe zu stehen und es dann im Finale eher spielerisch als mit Chelsea-Mitteln versucht. D.h. mit einer stärkeren Defensiv-Ausrichtung wäre Italien heute wohl nicht so heftig unter die Räder gekommen. Da hat Pandrelli heute sozusagen den Löw vom Donnerstag gegeben.
Zauberfußball von einem anderen Stern
An diesem Sonntag abend (01.Juli 2012) hat Spanien Historisches
("Triple") vollbracht.
Seine Fußballer haben nicht nur Europa sondern auch die ganze Welt
mit einer
Spielweise wie von einem anderen Stern verzaubert. Dieses 4:0 war
schlichtweg eine Demütigung Italiens aber auch eine Botschaft an
Europa ! "Schaut auf dieses Land !" - Dieser Triumpf tut,
aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte zum Trotz,
Spanien sehr gut. Es stärkt und gibt neuen Mut und neue Kraft.
Gönnen wir Spanien diesen Triumpf! Wenn die Euphorie über
diesen Erfolg dortzulande (und die Trauer über das Ausscheiden
Deutschlands im Halbfinale hierzulande) abgeebbt ist, sollten wir uns
dankbar E U R O P A zuwenden. Der Sieg Spaniens ist auch ein Sieg der
Freunde Europas und ein Gegensatz zu aller kleinkarierter
Nationalstaaterei ! Es lebe Spanien, es lebe Europa !
Fußball?
Nett, soviel Euphorie. Nur - leider ein bisschen abwegig, von einem Fußballturnier einer milliardenschweren Sport-Industrie auf die vertrackte Situation von ganz Europa schließen zu wollen bzw. den Sieg der Spanier zum Anfang vom Ende der Probleme dieses Landes zu zu hoffen. Spanien hat erst nach seinem WM-Titel und nach seinem letzten EM-Titel die Folgen der selbstverschuldeten Misere zu spüren bekommen und - es wurde trotz Titel(n) immer schlimmer. 2008 habe ich mir an der Spanischen Ostküste das Grauen selbst angesehen: Leerstand, Leerstand, Leerstand. Und Banken, die einem ohne Sicherheit das Geld hinterherschmissen. Der Nachbar von Spanien (Portugal) - genauso grausam, besonders beim Verschwenden von EU-Subventionen. Ein Beispiel: Es gab 2005 Fördermittel für Kreisverkehre. Und da die Gelder, wenn sie denn nicht voll ausgeschöpft wurden, wieder hätten zurückfließen müssen, gab es plötzlich Kreisverkehre mit künstlichen Springbrunnen an jeder staubigen Dortstraße. Das ist Europa.
Es blieb ein Ding der Unmöglichkeit den 2:0-Rückstand aufzuholen. Es ist erstaunlich wie die spanische Mannschaft auf Punkt genau ihre Leistung abrufen kann. Die Kritik im Vorfeld war unberechtigt. Spanien hat sich das Beste bloß zum Schluss aufgehoben. Note: Tiki-Taka mit Sternchen. Das Sternchen für die Geradlinigkeit zum Tor, die in den letzten Spielen oft vermisst wurde. Das Geheimrezept dahinter? Es stimmt die Mischung. Eine robuste Abwehr, gepaart mit Kreativköpfen und Strategen im Mittelfeld. Ein Stürmer ist Überfluss, weil das offensive Mittelfeld plus Außenverteidiger bei einem Angriff die Offensive darstellt. Und zwar eine scheinbar unbezwingbare Offensive, die im Strafraum der Squadra stets für Furore sorgte. Die blaue Festung ist gestürzt. Gestürzt von der roten Furie.