Home
http://www.faz.net/-hgn-70k6k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

1:2 gegen Tschechien Griechen bald raus aus der Euro

 ·  Nach einem völlig verpatzten Start liegen die Griechen früh mit 0:2 gegen Tschechien zurück. Gekas gelingt nur noch das Anschlusstor für Griechenland, das damit vor dem EM-Aus steht.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (10)
© dapd Bei aller Mühe: es wurde nichts mehr mit einem Punkt für Hellas

Am Anfang sehr souverän, am Ende glücklich: Tschechien hatte es am zweiten Spieltag der Gruppe A ziemlich eilig, schon nach sechs Minuten führte die Mannschaft in Breslau 2.0 gegen Griechenland - aber in der zweiten Halbzeit verlor sie den Faden und zitterte sich zu einem 2:1-Sieg, der ihnen die Chance auf das Erreichen des Viertelfinales bei dieser EM bewahrt.

Beim Blitzstart der Tschechen leistete der Europameister von 2004 freundliche Unterstützung: In der dritten Minute verlor Tosidis im Mittelfeld den Ball, Hübschmann spielte steil zu Jiracek, und der hatte freie Bahn für sein 1:0. Drei Minuten später patzte der griechische Torhüter, als der tschechische Verteidiger Gebre Selassie von der Grundlinie zurücklegen wollte. Chalkias, der später verletzt ausgewechselt werden musste, ließ den Ball durchrutschen, in der Mitte setze sich Pilar gegen zwei griechische Verteidiger durch und drückte den Ball mit dem Knie über die Linie. Für den Offensivspieler, der zur nächsten Saison in die Bundesliga wechselt, war es der zweite Turniertreffer. Er sicherte die schnellste 2:0-Führung in der EM-Geschichte - erzielt von einem aktuellen und einem baldigen Spieler des VfL Wolfsburg.

Dass die Abwehr der Griechen nicht so geordnet auftrat wie in der Vergangenheit, hatte mit den Umstellungen zu tun, die Trainer Santos („Wir haben mit Herz gespielt, aber am Ende den Kopf verloren“) nach dem Kreuzbandriss von Avram Papadopoulos und der Roten Karten für den Bremer Sokratis im ersten Spiel vornehmen musste. Katsouanis rückte nach hinten und bildete mit dem Schalker Kyriakos Papadopoulos die Innenverteidigung.

Allerdings hatte auch der tschechische Trainer Bilek sein Team nach dem 1:4 gegen Russland auf zwei Positionen verändert. Statt Hertha-Verteidiger Hubnik und Rezek kamen Hübschmann und Limbersky ins Team. Der Leverkusener Kadlec rückte von der Außenposition in die Innenverteidigung - dort hatte er schon in der Vorbereitung gespielt. Der formschwache Baros, der gegen die Russen und auch jetzt wieder von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, durfte zunächst mitspielen - er blieb allerdings wieder blass. Nach einer guten Stunde kam der Nürnberger Pekhart für ihn ins Spiel. Der frühere Dortmunder Rosicky hatte schon nach der ersten Halbzeit wegen einer Verletzung passen müssen. „Ohne ihn war es nicht leicht für uns“, sagte Bilek.

Cech und Sivok bringen Gekas ins Spiel

Die Griechen mussten nach dem frühen Rückstand das tun, was sie nicht besonders gut können, was sie viele Jahre unter ihrem früheren Nationaltrainer Otto Rehhagel auch gar nicht machen sollen: selbst das Spiel aufziehen, beherzt angreifen, nicht nur auf Konter lauern. Das gelang ihnen zunächst nicht besonders gut, die Vorstöße waren lange viel zu durchsichtig und umständlich.

Ein Missverständnis zwischen Torhüter Cech und Sivok in der 53. Minute brachte Griechenland dann aber doch noch einmal zurück ins Spiel. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Gekas nutzte die Chance zum Anschlusstreffer. Die Angriffe der Mannschaft um Kapitän Karagounis wurden danach stürmischer, immer wieder droschen sie lange Bälle nach vorne, um wenigstens noch - wie gegen Polen - den Ausgleich zu erzielen. Aber Tschechien schaffte es, den Vorsprung über die Zeit zu retten.

Griechenland - Tschechien 1:2 (0:2)

Griechenland: Chalkias (23. Sifakis) - Torosidis, Kyriakos Papadopoulos, Katsouranis, Holebas - Fotakis (46. Gekas), Maniatis, Karagounis - Salpingidis, Samaras, Fortounis (71. Mitroglou)
Tschechien: Cech - Gebre Selassie, Sivok, Kadlec, Limbersky - Hübschman, Plasil - Jiracek, Rosicky (46. Kolar - 90. Rajtoral), Pilar - Baros (64. Pekhart)
Schiedsrichter: Lannoy (Frankreich)
Zuschauer: 41.105
Tore: 0:1 Jiracek (3.), 0:2 Pilar (6.), 1:2 Gekas (53.)
Gelbe Karten: Torosidis, Papadopoulos, Salpingidis - Rosicky, Kiracek, Kolar

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Aus Sorge um sportliche Gerechtigkeit

Von Daniel Meuren

Lyons Fußballfrauen standen schon im Finale. Nun bieten sie dem Gegner eine Neuauflage des Halbfinals an. Chapeau! Mehr 2