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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Nationalmannschaft Effi fies

 ·  Moderner Fußball wird im Kopf entschieden. Entsprechend wird bei Löw trainiert: Kinesiologie heißt ein Zauberwort und dafür kommt ein Bielefelder Grieche, den alle Effi nennen. Und Effi kennt die Schwachpunkte der Spieler.

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© dpa Kurze Leine: Verstegen quält Wiese

Die Männer für die körperliche Fitness kommen bekanntlich aus Amerika. Mark Verstegen und Shad Forsythe, zwei alte Bekannte aus Klinsmann-Tagen, sind auch in Südfrankreich wieder dabei, um den Nationalspielern Beine zu machen. Und so wird neben Deutsch immer auch ein bisschen Englisch gesprochen auf dem Trainingsplatz.

Zum Spezialistenpool von Joachim Löw in Tourrettes gehört auch einer, der sich um die Köpfe der Spieler kümmern soll. Efthimios Kompodietas heißt der Mann, der unschwer als Grieche zu identifizieren ist, aktuell aber aus Bielefeld kommt.

Dort hat er in den 80er Jahren ein paar Mal für die Arminia in der Bundesliga gespielt. In Südfrankreich arbeitet er jeden Tag rund 20 Minuten daran, Konzentration, Koordination und Handlungsschnelligkeit der Profis zu schulen.

In der Mitteilung, die der DFB verbreitete, wird Kompodietas, Rufname „Effi“, als Experte der Kinesiologie bezeichnet, einer Lehre, die einen eher esoterischen Ruf genießt.

Methoden zur Gehirnschulung sind in den vergangenen Jahren bei vielen Bundesligaklubs in Mode gekommen, unter anderem auch bei Jürgen Klopp in Dortmund. Kompodietas arbeitet für den VfB Stuttgart.

In Tourrettes sieht seine Arbeit zum Beispiel so aus, dass die Profis mit Tennisbällen jonglieren und gleichzeitig mit dem Fuß einen Pass zum Kollegen spielen sollen. Einfach, das lässt sich im Selbsttest schnell überprüfen, ist das Ganze nicht.

Und auch mancher Nationalspieler stößt bei dieser Form des Multitaskings an seine Grenzen. Zu Kompodietas’ Repertoire gehört es auch, gewissermaßen in Rätseln zu sprechen: Wenn die Spieler auf Zuruf die Laufrichtung ändern sollen – mit der kleinen Gemeinheit, dass die Kommandos chiffriert sind, in Städtenamen etwa.

Am Mittwoch kam es dabei beinahe zu einer Kollision zwischen Tim Wiese und Lukas Podolski. Nicht, weil Wiese vergeblich auf „Hoffenheim“ wartete. Sondern, weil Podolski kurz die Orientierung verlor.

Was, wie man gerade unter Fußballprofis weiß, bei „Mailand“ oder „Madrid“ schon mal passieren kann. Und Sekunden vorher hatte Podolski ja auch noch ganz richtig reagiert: „Köln“, das bedeutete: Rückschritt.

Christian Kamp begleitet die Fußball-Nationalmannschaft im Trainingslager in Südfrankreich und schreibt für FAZ.NET über die EM-Vorbereitung.

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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