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Dienstag, 18. Juni 2013
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Lukas Podolski Ein perfektes Geschenk

 ·  Der 100. Einsatz, der erste Treffer bei dieser Europameisterschaft: Lukas Podolski zeigt sich wieder stürmischer. Das Jubiläum soll nicht das letzte gewesen sein. Er kann deutscher Rekordspieler werden.

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© dpa Da geht es lang: Podolski zeigt an, wohin der Weg der Deutschen bei der Euro führen soll - nach oben

Wo ist Podolski? Manch einer suchte zu Beginn dieses EM-Turniers nach dem populären Nationalspieler. Es war kaum etwas zu sehen von ihm auf dem Platz in den ersten beiden Partien. Vor allem nicht von seinen dynamischen Angriffsaktionen und den gefürchteten Linksschüssen aus der Distanz. Dass er am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen die Dänen nun die passende Antwort auf aufkommende skeptische Fragen gab, wird ihn ganz besonders freuen, gelang ihm der wichtige 1:0-Führungstreffer doch bei seinem 100. Einsatz für Deutschland.

Ein schönes Erlebnis für Lukas Podolski, der neben Bastian Schweinsteiger und Kapitän Philipp Lahm sozusagen zu den „Gründungsvätern“ dieser Mannschaft gehört. Als Mario Gomez wohl unabsichtlich den Ball im dänischen Strafraum zum heraneilenden Podolski weiterleitete, musste dieser nur noch vollstrecken - diesmal mit dem rechten Fuß (19. Minute). Ein perfektes Jubiläumsgeschenk.

Bundestrainer Joachim Löw war immer einer der größten Förderer Podolskis, einer, der stets zu ihm stand. Auch in den ganz schweren Momenten, als er während seiner Zeit beim FC Bayern nicht über die Reservistenrolle hinaus kam. Genauso verteidigte ihn Löw nun gegen die Kritik bei dieser EM, von Podolski komme auf der linken Außenbahn zu wenig nach vorne. André Schürrle stehe doch schon bereit. Der Bundestrainer und auch wichtige Spieler in der Mannschaft wie Kapitän Lahm haben immer darauf hingewiesen, dass dies an der defensiven Grundausrichtung und Sicherungsarbeit im Mannschaftsverbund liege. Podolski konnte also nicht glänzen, weil er zu viel verteidigen musste. „Es ist klar, dass mein Offensivspiel darunter leidet“, sagte er selbst.

Diejenigen, die eher den stürmischen Podolski mögen, konnte er am Sonntag mit seinem Tor vorerst wieder versöhnen. Sehr engagiert betätigte er sich auf der linken Seite zusammen mit Außenverteidiger Lahm. Viel Zugkraft nach vorne war zu sehen im Lemberger Stadion, gleich in der 6. Minute bediente er im Strafraum Thomas Müller, der allerdings die große Torchance vergab. Danach brachte er einen Ball zu Gomez (33.), der aber ebenfalls nicht vollenden konnte. Darüber vergaß Podolski nicht seine eigentliche Aufgabe - die Defensive. Mit Lahm zusammen blockierte er in der ersten Halbzeit erfolgreich die beiden Dänen Lars Jacobsen und vor allem das große Talent Christian Eriksen auf deren rechter Seite. Man sah in diesen Momenten den aufmerksamen, um jeden Meter kämpfenden Podolski.

Seine Karriere in der Nationalmannschaft hatte schon einige Höhepunkte, aber auch Enttäuschungen zu bieten. Bei seinem ersten Länderspiel am 6. Juni 2004 gegen Ungarn wurde er in der 74. Minute für Fredi Bobic eingewechselt - mit neunzehn Jahren. So hatte für ihn alles im deutschen Nationaltrikot begonnen - mit einer blamablen Niederlage, für die er allerdings nichts konnte. Bei der missratenen Europameisterschaft in Portugal unter dem damaligen Teamchef Rudi Völler kam er wie die drei anderen Neulinge Lahm und Schweinsteiger erstmals bei einem Turnier zum Zuge - aber nur kurz. Während er dann zuerst den zweiten Stürmer im Nationalteam gab, hat Löw ihn während des EM-Turniers vor vier Jahren umbesetzt - auf die offensive Außenbahn. Seither ist Podolski eine feste Größe auf links.

Jüngster Fußballspieler Europas im 100er-Klub

Zusammengespielt hat er im Lauf der Jahre schon mit vielen Stürmern: Gomez, Klose, Neuville, Asamoah, Helmes, Brdaric, Hanke, Kuranyi und Bobic. Als jüngster Fußballspieler in Europa gehört er nun zum 100er-Klub. Wenn Podolski so weitermacht in der Nationalmannschaft, wird er Lothar Matthäus als Rekord-Nationalspieler ablösen, der auf 150 Einsätze gekommen ist. Als Matthäus die 100 rund machte war er schon 32 Jahre alt. Erreichen die Deutschen diesmal das Finale, könnte Podolski mit 103 Länderspielen sogar Franz Beckenbauer einholen.

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Längst ist er eines der markantesten Gesichter dieser Mannschaft, nicht wegzudenken. Er ist Publikumsliebling, gute Seele und Stimmungsmacher. Seine Stärken auf dem Platz sind Schnelligkeit, die Schusskraft mit dem linken Fuß und seine Robustheit. Manchmal geht er jedoch zu ungestüm zu Werke, fehlt seinen Aktionen die Präzision. Bei den vergangenen drei Turnieren traf er acht Mal. Dennoch schätzt der Bundestrainer seine Konstanz: Bei den vergangenen drei Turnieren traf er acht Mal - nun kam sein neunter Treffer hinzu. In der 67. Minute musste er am Sonntag für André Schürrle Platz machen.

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Ein weiteres Erlebnis wartet nun auf Lukas Podolski. Die EM-Reise geht weiter - mit dem Viertelfinale in Danzig gegen Griechenland. Es ist jedenfalls damit zu rechnen, dass ihn die Fußballfans in seinem Geburtsland mit Wärme aufnehmen werden. Bei einem öffentlichen Training vor dem EM-Start im alten Stadion von Lech Danzig hatten ihm rund 10.000 Zuschauer schon ein Geburtstagsständchen gesungen. So könnte das Spiel am Freitag zu einem weiteren emotionalen Moment für den Gefühls-Kicker Podolski werden.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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