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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Fußball-EM 2012 Strenge Regeln für Schiedsrichter

 ·  Die zwölf Schiedsrichter der Fußball-EM sollen nur auf dem Rasen in Erscheinung treten. Ansonsten gilt ein strenges Interviewverbot. Ein Franzose wird die erste deutsche Partie leiten, Wolfgang Stark muss auf seinen Einsatz noch warten.

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© dpa Wolfgang Stark ist der deutsche Schiedsrichter bei der Fußball-EM 2012

Die Europäische Fußball-Union hat ihren zwölf auserwählten Schiedsrichtern für die EM-Zeit strenge Ansagen gemacht. Und zwar für ihr Verhalten auf dem Rasen und abseits des Spielfelds. Öffentlich sollen Wolfgang Stark und seine Kollegen so gut wie gar nicht in Erscheinung treten. Mit einem Interviewverbot sollen die Referees während des Turniers in Polen und der Ukraine abgeschottet und vor unbedachten Äußerungen geschützt werden.

„Sie müssen sich auf das Turnier konzentrieren. Es ist den Schiedsrichtern während der Euro nicht erlaubt, Kontakte zu Medien zu haben oder Kommentare abzugeben“, sagt Uefa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. Nach der Vorrunde wird es vermutlich einen Medientag geben. „Aber zwischendurch dürfen die Schiedsrichter nicht sprechen“, macht der frühere Weltklasse-Referee unmissverständlich klar.

Stark & Co. sollen sich einzig auf ihren Job konzentrieren. Und der wird anstrengend genug. „Der Druck wird immens groß sein“, sagt der erfahrene Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter Stark. Der Bankkaufmann aus Landshut spricht aus Erfahrung.

Bereits bei Olympia 2008 und der WM vor zwei Jahren in Südafrika vertrat der 42-Jährige die Farben des Deutschen Fußball-Bundes. „Der Druck hat in den letzten Jahren zugenommen, aber die Schiedsrichter, die hier sind, haben alle so viel Erfahrung, mit diesem Druck umzugehen“, sagt er.

Erstmals bei einem großen Turnier werden bei der EM Torrichter eingesetzt. Mit einem flammenden Appell verteidigte der Italiener Collina bei einem Workshop Anfang Mai in Warschau das System im Gegensatz zu der Torlinientechnologie. „Ohne die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten hätten wir viel mehr Fehlentscheidungen in Champions League und Europa League gehabt“, sagte Collina.

Ansonsten gibt es für die zwölf Schiedsrichter, von denen nur der Engländer Howard Webb schon bei der EM vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz pfiff, keine gravierenden Neuerungen oder spezielle Maßnahmen. Strenges Durchgreifen fordert die Uefa aber bei Rudelbildung oder Bedrängung des Referees durch die Spieler.

„Wir wollen nicht, dass Schiedsrichter von Gruppen protestierender Spieler umringt werden. Das gibt kein gutes Bild ab und man darf mit Gelben Karten rechnen. Wir wollen auch keine 20 Spieler in Massenkonfrontationen sehen, hier wird es Gelbe Karten für die Verursacher geben“, kündigt Collina an.

Die Schiedsrichterkommission der Uefa werde alle 16 Mannschaften in ihren Teamquartieren besuchen und eine DVD mit den wichtigsten Hinweisen übergeben. „Die Instruktionen an die Unparteiischen werden die selben sein wie an die Spieler und Trainer. Wir möchten, dass Schiedsrichter, Trainer und Spieler dieselbe Sprache sprechen, wenn es um Fußball und die Interpretation der Spielregeln geht“, sagt Collina.

Interaktiv: FAZ.NET-EM-Album

Für Stark und Kollegen begann das Turnier am Montag, als sich die Schiedsrichter-Teams im Hilton-Hotel in Warschau versammelten. In der polnischen Hauptstadt werden die Unparteiischen während des gesamten Turniers wohnen und in die jeweiligen Spielorte fliegen.

Der Franzose Stéphane Lannoy wurde von der Uefa derweil für das erste EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Samstag (20.45 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) in Lwiw gegen Portugal eingeteilt. Der 42-Jährige aus Boulogne-sur-Mer hat bereits Erfahrung mit der deutschen Elf: Er pfiff im März 2011 das 1:2 im Testspiel gegen Australien in Mönchengladbach.

Auch die Spieler des FC Bayern München kennen den Unparteiischen. Lannoy war beim 0:2 des deutschen Rekordmeisters am letzten Spieltag der Gruppenphase in der diesjährigen Champions League gegen Manchester City (0:2) im Einsatz. Lannoy hat große Erfahrung in seinem Metier. Seit 2006 ist er international im Einsatz. Er pfiff unter anderem bei Olympia 2008 in Peking und bei der WM 2010 in Südafrika. In der Champions League leitet Lannoy seit 2009 Spiele.

Der deutsche Referee Wolfgang Stark wurde hingegen von der Uefa für die ersten vier Euro-Tage mit acht Partien nicht eingeplant. Das Eröffnungsspiel am Freitag (18.00) in Warschau zwischen Ko-Gastgeber Polen und Griechenland pfeift Carlos Velasco Carballo.

EM-Kader: Löw und die Männer seines Vertrauens

Die EM-Schiedsrichter im Überblick

Cüneyt Cakir (Türkei) 23.11.1976

Jonas Eriksson (Schweden) 28.03.1974

Viktor Kassai (Ungarn) 10.09.1975

Björn Kuipers (Niederlande) 28.03.1973

Stéphane Lannoy (Frankreich) 18.09.1969

Pedro Proença (Portugal) 03.11.1970

Nicola Rizzoli (Italien) 05.10.1971

Damir Skomina (Slowenien) 05.08.1976

Wolfgang Stark (Ergolding) 20.11.1969

Craig Thomson (Schottland) 20.06.1972

Carlos Velasco (Spanien) 16.03.1971

Howard Webb (England) 14.07.1971

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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