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FAZ.NET-Übersteiger Nackte Popos, Spaltpilze und Prügelknaben

 ·  Nach einem Trainingsspiel namens „Schwein“ muss Schwedens Ersatztorwart den Kollegen sein nacktes Gesäß hinhalten. Viel alarmierender als das derbe Ritual ist allerdings etwas anderes.

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© dapd Opfer eines derben Rituals: der schwedische Ersatztorwart Johan Wiland

Die Nachricht des Tages: Angela Merkel schaltet sich in den Skandal um das deutsche Schusstraining auf das blanke Gesäß von Tim Wiese ein. Halt, stimmt ja gar nicht! Wir haben uns um ein paar Kilometer vertan. Also: Nicht aus Berlin, sondern aus Stockholm kommen die Warnsignale von ganz oben an die EM-Delegation.

„Menschen, die Verantwortung tragen, sollten sich entsprechend verhalten“, so mahnte Regierungschef Fredrik Reinfeldt nach der neuesten Affäre um Schwedens Fußballteam. In dem kracht es seit dem 1:2 gegen die Ukraine: Trainer Erik Hamrén zieh die Spieler der „Feigheit“, es gab Berichte einer Spaltung im Team nach einem Handgemenge zwischen Superstar Zlatan Ibrahimovic und Assistenztrainer Marcus Allbäck, und Ibrahimovic forderte, Sturmpartner Markus Rosenberg mangels Qualität aus dem Team zu nehmen.

All das wird aber übertroffen von der politisch korrekten Empörung über ein Filmchen der Zeitung „Expressen“, das den Enthüllungsjournalismus wörtlich nahm. Es zeigt, wie Ersatztorwart Johan Wiland nach einem verlorenen Trainingsspiel namens „Schwein“ (bei dem der Ball in der Luft gehalten werden muss) den Kollegen sein nacktes Gesäß zum Schusstraining hinhält.

Das derbe Ritual rief Anti-Mobbing-Organisationen auf den Plan und Politiker wie die Chefin der Zentrumspartei, die sich über die „Geschmacklosigkeit“ empörte. Auch Ministerpräsident Reinfeldt distanzierte sich, fand aber auch, dass es Wichtigeres gebe: „einen Sieg gegen England“ an diesem Freitag (2ß.45 Uhr / Live in der ARD und im F.A.Z.-Ticker).

Gerade vor diesem Hintergrund jedoch dürfte das Enthüllungsvideo für schwedische Fans besonders alarmierend gewesen sein. Alle Schussversuche aus rund 16 Metern, die es zeigt, verfehlten ihr Ziel.

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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