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Dienstag, 18. Juni 2013
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FAZ.NET-Übersteiger Die nerven, die Spanier

 ·  Die hyperaktiven Spanier wollen ihre Gegner zu Statisten degradieren und alle vergöttern sie dafür. Aber man muss ihre technische Brillanz nicht lieben. Schluss mit dem Rasen-Schnellschach.

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© dpa Ganz schön hochnäsig: Tiki-Taka macht gaga

Ja ja, schon klar: Wer schönen Fußball liebt, muss die Spanier (20.45 Uhr gegen Kroatien/Live im FAZ.NET-Ticker) vergöttern, muss ihnen den Titel unbedingt gönnen, muss dabei ständig mit der Zunge schnalzen, muss alles an diesen perfekten Spaniern, den Neuerfindern des Fußballs, total toll finden.

Diese technische Brillanz, diese vollendete Ballbeherrschung, diese begnadete Gabe, auf kleinstem Raum ganz große Kunst zu zeigen. Muss man das wirklich lieben, muss man das bewundern? Nein, das Tiki-Taka kann einen nerven. Uns jedenfalls macht das Hochgeschwindigkeits-Ballgeschiebe in Strafraumnähe von Xavi, Iniesta und Co. schier wahnsinnig, es ist nicht auszuhalten.

Hochgelobte spanische Unart

Wir sitzen nicht einmal fünf Minuten auf der Couch - und schon werden wir unendlich hibbelig und kribbelig, wünschen uns Flanken und Steilpässe, wollen in die Küche rennen, wollen auf den Balkon flüchten oder kommen auf andere, völlig irre Ideen, nur um diesem hektischen Kurzpass-Inferno zu entkommen.

Diese hyperaktiven Spanier überfluten mit ihrem Rasen-Schnellschach unsere Sinne, weil erst in der Zeitlupe zu erkennen ist, nach wie vielen Dutzend schwindelerregenden Ballkontakten die Kugel bei ihrem Stürmer (wenn vorhanden), im gegnerischen Tor oder an einem gegnerischen Fuß gelandet ist. Die hochgelobte spanische Unart, die Gegner zu Deppen degradieren zu wollen, ist nicht schön, sondern einfach nur ganz schön hochnäsig.

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Jahrgang 1962, zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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