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FAZ.NET-Übersteiger Ein Mann namens Andrea

 ·  Andrea Pirlo ist der Denker und Lenker des italienischen Spiels. Spöttisch nehmen die Deutschen seinen Vornamen zur Kenntnis. Auch wenn Andrea für der „Männliche“ steht, dürfte für das italienische Genie im Halbfinale Endstation bei dieser EM sein.

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© REUTERS Brillanter Fußballspieler: Andrea Pirlo diktiert das italienische Spiel

Liebe Andrea, kurz vor dem Halbfinale hast Du gesagt: „Deutschland hat sicher Angst vor uns.“ Das finden wir nicht gut. Weil wir, also die deutsche Nationalmannschaft (und die ist ja nun einmal identisch mit Ganz-Deutschland), weil wir überhaupt vor nichts und niemandem Angst haben. Schon gar nicht vor Dir, Andrea Pirlo, der Du nicht nur wie ein Mädchen frisiert bist, sondern auch noch wie eines heißt. Oliver Bierhoff sagt auch, Du würdest vor dem Tor immer so „gefühlvoll“ die Lücken finden. Erst habe ich ja gedacht, die Béla Réthys dieser Welt hätten nur das S verschluckt. Andrea, so heißt doch keiner, der beim größten Männlichkeitswettbewerb Europas mitmacht, habe ich gedacht.

Als Du dann im Elfmeterschießen den Ball am englischen Torwart vorbei lupftest, vermutete ich schon, die Azzurri hätten - warum auch immer - eine Frau eingeschleust: So fies jemanden hinters Licht zu führen, das ist wie Beißen, Kratzen, Zwicken und an den Haaren ziehen, wie es meine kleine Schwester immer gemacht hat. Aber wahrscheinlich warst Du einfach nur neidisch auf die prächtige Vollmännlichkeit, die in Joe Hart steckt, allein vom Namen her. Davon kannst Du, liebe Andrea, freilich nur träumen. Ich hab dann mal etwas herumgegoogelt.

Egal ob Mailand oder Madrid

Eigentlich ist Deine Muttersprache ja schuld an Deinem Mädchennamen. In Deutschland hießest Du Andreas. So wie Andreas Möller. Egal ob Mailand oder Madrid, in ganz Italien werden die armen Andreasse so wie Du „Andrea“ genannt. Wärest Du pfiffig, würdest Du mir entgegnen: Der Name stamme vom Altgriechischen „andreia“ und lasse sich mit „der Tapfere“ übersetzen, was auch noch gleichbedeutend mit „der Männliche“ ist. Aber Andrea, diese Sprache spricht ja niemand mehr! Jetzt zickst Du, Ihr Italiener hättet zwei Tage weniger Zeit als die Deutschen, Euch zu erholen. Ach, heul doch. Von morgen an darfst Du das blaue Hemd wieder gegen das Leibchen von Juventus Turin eintauschen. Es steht Dir eh viel besser. Küsschen.

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