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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Spiel-Analyse Der Traumstart

 ·  Was soll man zu Mario Gomez sagen? Dass er die niederländische Abwehr wund getanzt hat? Doch selbst der beste EM-Start seit 1996 zeigt, dass die ganze schöne Arbeit der Deutschen mit kleinen Fehlern wieder zunichte gemacht werden können.

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© dapd

Arbeit, nichts als harte Arbeit wartet auf die deutsche Mannschaft bei dieser EM. Davon sollte man sich auch beim Blick von der einsamen Spitze der Gruppe B nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel nicht täuschen lassen. Denn noch ist nicht einmal die Qualifikation für das Viertelfinale trotz eines zeitweilig glanzvollen Auftritts beim 2:1-Sieg gegen den WM-Zweiten und Lieblingsrivalen aus den Niederlanden und dem besten deutschen EM-Start seit dem letzten Titelgewinn 1996 geschafft.

Eine einzige Niederlage gegen die widerspenstigen Dänen könnte im schlimmsten Fall der Fälle am Sonntag das Ende aller deutschen Hoffnungen sein.

Doch für Pessimismus hat die Mannschaft von Joachim Löw bisher keinen Anlass geboten. Mit einer langen, aber nicht bis zum Ende konzentrierten Ausdauerleistung beherrschte sie nach dem ersten Treffer von Torjäger Gomez eine Partie lange souverän, bei der man aber in der Schlussphase auch immer wieder erkannte, dass kleine Fehler ganz schnell bestraft werden - und die ganze schöne Arbeit ruckzuck zunichte gemacht werden kann.

Aber die Qualität dieses deutschen Kaders ist mittlerweile so groß und breit, und die Fähigkeit, dies auch im entscheidenden Moment gegen alle Widerstände zu zeigen, so gewachsen, dass das höchste Ziel kein Traum bleiben muss.

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Das höchste Ziel muss kein Traum bleiben: Die deutsche Elf gegen die Niederlande © dpa Das höchste Ziel muss kein Traum bleiben: Die deutsche Elf gegen die Niederlande

Und was soll man erst zu Mario Gomez sagen? Dass er die niederländische Abwehr wund getanzt hat? Der erfolgreichste und dennoch umstrittenste Torjäger, den Deutschland besitzt, macht diese EM zu einem Erfolgserlebnis der ganz eigenen Art.

Auch in höchster Bedrängnis mit Leidenschaft

Er überwindet seine Gegner aus Portugal und den Niederlanden mit der Coolness, wie sie nur ein Torjäger aufbringt, der von seiner Stärke überzeugt ist - seine unmäßigen Kritiker werden nun vielleicht erkennen, dass sich Gomez’ unerreichte Effizienz auch mit der spielerischen Potenz des Teams nicht nur verträgt, sondern sie mitunter erst zur Geltung bringt.

Gegen die Niederlande präsentierte sich eine Mannschaft, die über die Flügel und im konsequenten Umschalten zwar noch weiter zulegen kann, aber insgesamt eine kompakte Stärke demonstrierte, die sie bei der WM 2010 noch nicht besaß. Das Team wehrte sich auch in höchster Bedrängnis mit Leidenschaft. Mit Schweinsteiger und Khedira verfügen die Deutschen zudem über einen Motor mit herausragender Antriebskraft, der gleichzeitig unterstützend und entlastend auf eine Viererkette wirkt, die gegen die Niederländer weiter an Sicherheit gewann.

Diesmal waren von Lahm, über Badstuber, Hummels und Boateng alle Verteidiger wachsam - und wenn trotzdem gegen die erstklassige niederländische Offensive mal etwas durchrutschte, steht im deutschen Tor ein noch besserer Torwart als vor Wochen und Monaten im Bayern-Tor. Neuer ist ein Rückhalt, wie ihn die Gegner fürchten. Das deutsche Team hat so von hinten bis vorne eine Mischung aus Reife und Routine sowie aus Esprit und Einsatzwillen beisammen, die keinen Gegner mehr fürchten muss - wenn sie nur weiter so hart an sich arbeitet.

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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