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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Fußball-Nationalmannschaft Die neue Abwehr steht

 ·  Deutschlands Abwehr hält: Mats Hummels zeigt eine überragende Leistung beim 1:0 gegen Portugal - nicht nur als zusätzliche Absicherung für Jerome Boateng. Beide haben nun ihren Stammplatz sicher.

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© AFP Mats Hummels durfte etwas überraschend für Per Mertesacker spielen: Er überzeugte nicht nur im Kopfballspiel

Wer hat Angst vor Cristiano Ronaldo? Die spanische Liga sowieso und ansonsten fast die ganze Fußballwelt. 60 Tore hat der Weltstar in 55 Pflichtspielen für Real Madrid in dieser Saison erzielt, davon 46 in der Meisterschaftsrunde der Primera Division. Deutsche Mannschaften allerdings scheinen das Erfolgsgeheimnis des 27 Jahre alten Portugiesen entschlüsselt zu haben. Seine beiden Auftritte in der Champions League gegen Bayern München verliefen unspektakulär, und auch im ersten EM-Gruppenspiel der portugiesischen Nationalmannschaft gegen Deutschland war sein Beitrag überaus dezent, wenn man von einer Kleinigkeit absieht.

Der Beau, seit zwei Jahren Model für Armani, setzte in Lemberg (Lviv) ein modisches Ausrufezeichen. Der Star, der auf sich hält, trägt das Beinkleid jetzt unterschiedlich lang. Was zuerst wie ein Zufall aussah, war volle Absicht: Während das rechte Hosenbein in voller Länge fast das Knie berührte, endete das linke fast 20 Zentimeter höher und entblößte seinen muskelbepackten Oberschenkel.

Der Abräumer im Zentrum

Ansonsten hatte der Fußballprofi mit dem Markenzeichen CR 7 nicht viel zu tun. Das lag nicht nur an seinem Gegenspieler Jerome Boateng. Mats Hummels, der überraschend für Per Mertesacker als Innenverteidiger in die Startelf gerückt war, bot eine überragende Leistung. Als zusätzliche Absicherung für Boateng, aber vor allem als Aufräumer im Zentrum. Der Dortmunder verlieh der deutschen Abwehr die nötige Sicherheit.

Aber auch an seinen Mitspielern scheiterte Cristiano Ronaldo - er verhungerte auf dem linken Flügel. Ronaldo für Real und Ronaldo für Portugal scheinen zwei verschiedene Spieler zu sein. Während er im Verein fast jeden Ball zugespielt bekommt und seit 2009 in 144 Pflichtspielen 146 Treffer erzielte, war er für die Nationalelf in 91 Länderspielen nur 32 mal erfolgreich. Der portugiesische Trainer Paulo Bento schätzt den Wert seines berühmtesten Spielers realistisch ein: „Cristiano Ronaldo ist ein absoluter Ausnahmespieler, aber die Vorrunde können wir nur dann überstehen, wenn wir als Mannschaft funktionieren.“

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© Impire AG, F.A.Z. FAZ.NET-Torvideo: Gomez’ perfektes Tor

Gegen Deutschland funktionierte Portugal als Mannschaft, Ronaldo glänzte trotzdem nicht. Zweimal kam er bei einem Flankenlauf an Boateng vorbei, seine Zuspiele versandeten allerdings. Zweimal gewann der Bayern-Profi das Duell Mann gegen Mann, zweimal blockte er einen Schuss der portugiesischen Nummer sieben. Die Grätsche in der 65. Minute war Boatengs mit Abstand größte und wichtigste Szene. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld musste der Verteidiger im höchsten Meter 30 Meter zurück sprinten, um Ronaldo am Torschuss zu hindern, der sich in sehr aussichtsreicher Position befand. So aber bekam CR 7 den größten Applaus, als er im eigenen Strafraum per Fallrückzieher rettete.

Bringschuld erfüllt

Kapitän Philipp Lahm bilanzierte: „In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff, haben nur wenig zugelassen. In der zweiten Hälfte haben wir uns dann schwerer getan und mehr Chancen zugelassen. Das passiert. Es gehört harte Arbeit dazu, erfolgreich zu sein.“

Bundestrainer Löw hatte bei Boateng eine Bringschuld gesehen, nachdem der gebürtige Berliner in seiner Heimatstadt am letzten Urlaubstag mit einem Sternchen fotografiert worden war. Löw verlangte vom manchmal auch im Spiel abgelenkt wirkenden Bayern-Verteidiger höchste Konzentration. Diesen Anspruch erfüllte er nur in der einen Szene nicht, als er wegen eines taktischen Fouls die Gelbe Karte sah. Nach vorne vermochte Boateng das Versprechen, das er in der zweiten Minute mit einer Flanke auf Gomez gegeben hatte, aber nicht zu erfüllen. Aber das war an diesem Abend, an dem Gomez mit seinem Treffer alle Pflichten übernahm, nicht von Bedeutung. Boateng hat auch so seinen Stammplatz als rechter Außenverteidiger gesichert.

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