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Bender-Zwillinge Locke oder Teint?

 ·  Im Trainingslager der Nationalmannschaft herrscht seit Tagen Verzweiflung und Ratlosigkeit - unter den Journalisten. Mit welchem Bender-Zwilling spreche ich gerade, Lars oder Sven? Möglich, dass nur Trainer Löw die Verwirrung lösen kann.

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© dpa Lars und Sven Bender

Für die einen beginnt die Arbeit mit dem Aufwärmen, für die anderen mit dem Abzählen: Wie viele Spieler sind auf dem Platz? Fehlt einer? Wer? Das sind Fragen, die für die Beobachter des Nationalteams in Tourrettes meist ziemlich schnell geklärt sind.

Am Mittwochvormittag war unschwer Miroslav Klose als derjenige auszumachen, der nicht mit den übrigen Kollegen auf dem Rasen übte. Schwierig allerdings wird es, wenn es sich um einen der Bender-Zwillinge handelt. Die sind schon kaum auseinanderzuhalten, wenn sie gemeinsam auf dem Platz stehen.

Mancher glaubt, in der Statur einen Unterschied zu entdecken, andere halten es eher mit der Frisur: Lars, heißt es, sei der mit der Locke. Weil es dafür allerdings ziemlich gute Augen braucht, schien das Problem erst beim Blick nach ganz unten, auf das Schuhwerk, gelöst: Sven im schwarzen, Lars im blau-weißen, damit sollte es doch gehen. Bis am nächsten Tag beide in schwarz spielten.

Assistenztrainer Flick riet deshalb, lieber den Teint zu studieren. Während Lars schon von Anfang an auf Sardinien dabei war, ist Sven erst einige Tage später zum Team gestoßen. Am Mittwoch nun saßen die Benders Seit’ an Seit’ auf dem Pressepodium des DFB. Und so konnte man sich endlich aus nächster Nähe ein Bild machen von diesen Bender-Brüdern – und damit vom mit Abstand ungewöhnlichsten Konkurrenzkampf für die EM in diesem Sommer.

Was diese Zwillingsgeschichte ja erst so richtig schön verzwickt macht, ist, dass beide auch noch auf derselben Position im defensiven Mittelfeld spielen, Sven bei Meister Dortmund, Lars in Leverkusen.

Und auch wenn Bundestrainer Löw angedeutet hat, dass er sich Lars auch als Rechtsverteidiger vorstellen könne, sieht es eher danach aus, als ob mindestens einer zu Hause bleiben müsste. „Es kann natürlich auch sein, dass beide rausfallen“, sagte Lars, „das ist uns schon bewusst.“

Bis zur Nominierung am 29. Mai jedenfalls bleibt es kompliziert. Denn echte Sehhilfe konnte nicht einmal das Duo selbst leisten. „Ich wüsste auch nicht, wo der große Unterschied wäre“, sagte Sven in Bezug auf den gemeinsamen Spiel- und Laufstil. „Und wenn es uns schon schwerfällt, wie soll es dann jemand anders erkennen.“ Probieren werden wir es dennoch weiter. So wie der Kollege, der am Mittwoch Sven ansprach und Lars meinte. Oder war es umgekehrt?

Christian Kamp begleitet die Fußball-Nationalmannschaft im Trainingslager in Südfrankreich und schreibt für FAZ.NET über die EM-Vorbereitung.

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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