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Auschwitz-Besuche „Ich fühle eine große Leere“

 ·  Nach der DFB-Delegation besuchen zwei weitere EM-Teilnehmer die Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Spieler aus Italien und den Niederlanden zeigen sich tief bewegt.

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© REUTERS Besuch in Auschwitz-Birkenau: Die italienischen Nationalspieler Antonio Cassano (links) und Gianluigi Buffon

Nach einer Delegation des Deutschen Fußball-Bundes haben auch die EM-Teams aus Italien und den Niederlanden die Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Die italienischen Nationalspieler wurden am Mittwoch unter anderem von Renzo Gattegna, dem Präsidenten des Verbands der italienischen Juden, und ehemaligen italienischen Auschwitz-Häftlingen begleitet.

„Was hier geschah, betrifft nicht nur ein Volk, sondern die ganze Menschheit“, schrieben die Spieler ins Gästebuch der Gedenkstätte. „Ihr Schmerz ist unser Schmerz.“ Der Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo habe die Tränen nicht unterdrücken können, hieß es. „So ein Tag wühlt Dich auf. In diesem Moment fühle ich nur eine große Leere“, sagte der Mittelfeldspieler.

Auch die niederländischen Spieler ehrten die rund 1,3 Millionen Menschen, die von den Nazis in Auschwitz ermordet wurden. Das Oranje-Team legte einen Blumenkranz an der sogenannten Todeswand von Auschwitz nieder.

„Keine Worte können Auschwitz beschreiben“, twitterte Khalid Boulahrouz vom VfB Stuttgart auf der Rückreise. „Das dürfen wir nie vergessen“, schrieb John Heitinga vom FC Everton. Bereits während des Trainingslagers im schweizerischen Lausanne Ende Mai hatte ein Universitätsprofessor das Oranje-Team auf den Besuch vorbereitet.

Ein Besuch der englischen Nationalmannschaft ist für Donnerstag vorgesehen. Eine DFB-Delegation mit den Nationalspielern Philipp Lahm, Miroslav Klose und Lukas Podolski hatte bereits in der vergangenen Woche die Gedenkstätte besucht.

Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte am Dienstag die Spieler-Besuche als wichtiges Signal bezeichnet. „Die Überlebenden wollen nicht, dass dieser Platz in Schweigen versinkt. Sie wollen, dass vor allem die Stimmen junger Menschen hier gehört werden“, schrieb Christoph Heubner, der stellvertretende Direktor des Komitees, in einer in Oswiecim veröffentlichten Erklärung zum Besuch der EM-Teilnehmer in Auschwitz-Birkenau.

„Sagen Sie Ihren Fans, was Sie in Auschwitz gesehen und gefühlt haben und was dieser Besuch Ihnen für die Zukunft gegeben hat“, appellierte Heubner an die Botschafterfunktion der Sportler für tausende Fans. Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus existierten auch außerhalb der Sportstadien.

„Ihre Möglichkeit, Einfluss auszuüben, ist bedeutend“, erklärte Heubner und erinnerte daran, dass viele der Opfer wie auch viele der Täter etwa im gleichen Alter waren wie die Spieler der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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