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Lions in Play-offs geschwächt Wörle und Polaczek fallen aus

04.01.2010 ·  Die Nachwehen sind erheblich. Dabei haben die Frankfurt Lions ihr erstes Spiel im Jahr 2010 gewonnen. Doch die Abteilung Attacke ist ohne die beiden Deutschen aus der zweiten Sturmreihe entscheidend geschwächt.

Von Hans -Joachim Leyenberg
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Die Nachwehen sind erheblich. Dabei haben die Frankfurt Lions ihr erstes Spiel im Jahr 2010 gewonnen. Und zwar 4:3 gegen den EHC Wolfsburg. Am Tage drauf war nicht der knappe Erfolg, sondern die Dauer der Zwangspause für zwei Profis der Löwen das Thema des Montags. Die Abteilung Attacke ist ohne die beiden Deutschen aus der zweiten Sturmreihe entscheidend geschwächt. Tobias Wörle wird nach einer nunmehr fällig werdenden Operation seiner rechten Schulter mehrere Wochen pausieren müssen. Kollege Alexander Polaczek kommt mit der Diagnose Bauchmuskelfaserriss glimpflicher davon – sein Einsatz am kommenden Freitag beim Gastspiel in Krefeld gilt als aber „sehr fraglich“.

Während Polaczeks Malheur auf das Konto eines Wolfsburgers geht, der den Neunundzwanzigjährigen beim ersten Wechsel im zweiten Drittel per Stockende seines Schlägers erwischte, passierte Wörles Ausfall noch vor dem ersten Bully in den eigenen Reihen. Beim Aufwärmprogramm auf dem Eis, das ungleich intensiver ausfällt als beim Fußball, rutschte Danner aus und prallte mit Wörle zusammen. Eine Kollision quasi aus heiterem Himmel, bei der Kapsel und Bänder mehr abbekamen, als ihnen zuträglich ist. Wörles ausgekugelte Schulter wurde eingerenkt, im Krankenhaus geröntgt, ohne das Entwarnung gegeben werden konnte.

Kein Schönheitspreis zu gewinnen

Die Endphase des 33. Pflichtspiels der Lions in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erlebte der Stürmer als Beobachter an der Bande, aber da ahnte er schon, dass es ein unwillkommenes Nachspiel für ihn geben werde. In Anbetracht der Vorgeschichte des Duells der Lions mit den Grizzlys aus Wolfsburg war am Sonntag kein „Schönheitspreis zu gewinnen, denn es ging nur darum, zu punkten. Wie die Mannschaft sich trotz der Rückschläge präsentiert hat, verdient Respekt und spricht für ihren Geist“. Sportdirektor Erich Kühnhackl war aus gegebenem Anlass voller Anerkennung für das Team. Nicht ganz so enthusiastisch die Tonlage bei Cheftrainer Rich Chernomaz. Nach einem ordentlichen ersten Drittel gerieten die Lions zusehends in die Defensive, verharrten zulange in der eigenen Zone. Der Blick auf den Spielberichtsbogen gab die Fakten wieder: 28 Torschüsse der Lions, 38 der Grizzlys.

So dicht beieinander, wie sich das Verfolgerfeld der Berliner Eisbären in der DEL präsentiert, hat momentan jede Partie den Charakter eines Endspiels um die Play-off-Plätze. Deswegen waren für Chernomaz bei allem, was er am Sonntag erlebte hatte, „die drei Punkte am wichtigsten“. Für die nahe Zukunft aber wünscht er sich Auftritte seiner Mannschaft, in der sie „nicht 30 oder 40 Minuten, sondern über die volle Distanz von 60 Minuten überzeugt“. Am Wochenende indes gab es abermals „die Chance, zu verlieren“. So, wie sich das Spiel entwickelte, fuhr Chernomaz Trainerkollege Toni Krinner „mit leeren Händen“ heim nach Wolfsburg. „Du musst die Tore machen“, sagte Krinner – und Chernomaz nickte verständnisvoll.

Disziplin als ein Schlüssel zum Erfolg

Die Abschlussschwäche kennt er zur Genüge aus den eigenen Reihen. Warum sich die Lions diesmal verbessert zeigten, skizzierte Krinner: „Sie waren laufstark, fuhren jeden Check zu Ende, forcierten Strafzeiten für uns.“ Die haben nämlich Seltenheitswert in Wolfsburg, wie die Statistik belegt. Die 14 Strafminuten vom Sonntag für den EHC liegen über, die sechs für Frankfurt unter dem Schnitt. Disziplin als ein Schlüssel zum Erfolg. Dazu zählt auch, den Erfolg der Mannschaft über die persönlichen Erfolgserlebnisse zu stellen. Gefahr in Verzug. Schließlich befinde man sich laut Chernomaz in jener Phase der Saison, in der Spieler für ihre persönliche Statistik punkten wollen: „Für ihren Vertrag, für noch mehr Geld“. Dabei sei nur richtig und wichtig, was im Sinne der Mannschaft und nicht des Egos geschehe. Weihnachten war jenseits von Neujahr zwar schon vorbei, aber Chernomaz musste diesen terminübergreifenden Wunsch noch loswerden. „Als Trainer kannst du die gleichen Dinge sagen, bis dein Kopf blau ist“, legte er nach. Mit anderen Worten: Die Chance, erhört zu werden, ist nicht besonders hoch, aber es wird nicht der letzte Appell gewesen sein.

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