Der konservative Republikaner Rick Santorum hat mit einem Doppelsieg bei den Vorwahlen seiner Partei seinen Anspruch auf die Präsidentschaftskandidatur unterstrichen. Der frühere Senator setzte sich am Dienstag (Ortszeit) bei den parteiinternen Abstimmungen in den Südstaaten Mississippi und Alabama durch. In einem selten knappen Rennen verwies er den ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich sowie den Multimillionär Mitt Romney auf die Plätze. Beide erlebten an dem Wahltag eine herbe Niederlage.
Santorum kam in Mississippi nach Auszählung fast aller Stimmen auf 33 Prozent. Gingrich erhielt 31 Prozent und Romney 30. Mit lediglich 4 Prozent war der Kongressabgeordnete Ron Paul weit abgeschlagen. Auch in Alabama war das Rennen sehr eng. Dort bekam Santorum nach Auszählung fast aller abgegebenen Wahlzettel 35 Prozent. Gingrich und Romney wählten jeweils 29 Prozent. Paul kam hier lediglich auf 5 Prozent.
Romney gewann dagegen die Vorwahlen der Republikaner im Bundesstaat Hawaii. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen konnte er sich dort nach Angaben des Senders CNN vom Mittwoch 45 Prozent der Stimmen sichern.
Santorum gab sich nach Erfolg zuversichtlch, im Kampf um die Kandidatur fürs Weiße Haus gegen den haushohen Favoriten Romney siegen zu können. „Wir werden die Nominierung gewinnen“, rief er seinen Unterstützern bei einer Siegesrede in Lafayette im Bundesstaat Louisiana zu. Er sei zwar der Außenseiter, könne aber den Wahrscheinlichkeiten trotzen. Es war sein neunter Vorwahlsieg, Romney kommt auf 17.
In Mississippi und Alabama ging es um 90 Delegiertenstimmen für den Republikaner-Parteitag im August. Um dort zum Gegenkandidaten von Obama bei den Präsidentenwahlen im November aufgestellt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte sammeln. Romney hatte nach einer Hochrechnung des Fernsehsenders CNN bis zu den Vorwahlen am Dienstag 429 Stimmen auf seiner Seite. Santorum kommt auf 203 und Gingrich auf 118. Paul hat demnach 66.
Gingrich verliert - trotz „Heimvorteil“
Gingrich hatte gehofft, zumindest eine der beiden Wahlen im tiefen Süden mit seinem „Heimvorteil“ für sich entscheiden zu können. Der 68 Jahre alte Gingrich ist Südstaatler, hat aber bislang lediglich in seinem Heimatstaat Georgia sowie in South Carolina gewonnen. Durch die Niederlagen in Alabama und Mississippi läuft er Gefahr, dass seine Geldgeber abspringen und er aufgeben muss. In einer Rede am Abend kündigte er jedoch an, bis zum Schluss im Rennen zu bleiben: „Wir brauchen jemanden, der mit Obama debattieren kann“, und derjenige sei er.
Santorum vs. Romney - Erzkonservativ gegen Multimilionär - Pro und Kontra
Eva Steidl (evilein12)
- 15.03.2012, 18:25 Uhr
Obama fast wie der sichere Sieger
Franz Siebrech (rosi110)
- 14.03.2012, 10:07 Uhr