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Streit um Abtreibung Romney sucht die Distanz

 ·  Der Senatskandidat Todd Akin aus Missouri und dessen krude Ansichten zu Vergewaltigungsopfern bringen den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Romney in Schwierigkeiten. Romney spricht von „unentschuldbaren“ Äußerungen.

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© dapd Missverständlich? Todd Akin

Die Führung der Republikanischen Partei und ihr Präsidentschaftskandidat Mitt Romney haben am Dienstag den Druck auf den Abgeordneten Todd Akin erhöht, seine Kandidatur für einen Sitz im Senat zurückzuziehen. In einem Gespräch mit einem lokalen Fernsehsender hatte Akin am Sonntag die Ansicht vertreten, bei Vergewaltigungen komme es selten zu Schwangerschaften, weil der weibliche Körper „versuche, die ganze Sache außer Betrieb zu nehmen“, also die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter zu verhindern.

Akin ist ein Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen selbst bei Fällen von Vergewaltigung und Inzest, weil er die Ansicht vertritt, die Vergewaltiger sollten bestraft werden und nicht das ungeborene Leben. Akin hat sich inzwischen mehrfach öffentlich für seine Äußerungen entschuldigt; er habe sich „missverständlich ausgedrückt“. Akin vertritt seit 2001 den zweiten Wahlbezirk von Missouri im Repräsentantenhaus in Washington und hatte erst kürzlich die innerparteilichen Vorwahlen der Republikaner gewonnen, um die demokratische Senatorin Claire McCaskill herauszufordern.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und sein „running mate“ Paul Ryan distanzierten sich entschieden von Akin und bekräftigten, im Falle von Vergewaltigung, Inzest und bei Gefahr für das Leben der Mutter müsse der Abbruch der Schwangerschaft weiterhin erlaubt sein. Romney bezeichnete die Äußerung Akins als „beleidigend, unentschuldbar und schlichtweg falsch“.

Die Führer der Republikaner im Senat forderten Akin auf, seine Kandidatur unverzüglich aufzugeben, damit bis zum Ablauf der Frist zur Ernennung eines neuen Kandidaten an diesem Mittwoch ein Nachrücker benannt werden kann. Die Partei und die mit ihr verbündeten konservativen Organisationen zum Spendensammeln haben Akin zu verstehen gegeben, dass sie für seinen Wahlkampf kein Geld zur Verfügung stellen werden, sollte er seine Kandidatur aufrechterhalten.

„Vergewaltigung ist Vergewaltigung“

Präsident Barack Obama nannte die Äußerungen widerwärtig. „Vergewaltigung ist Vergewaltigung“, sagte der Demokrat am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. Die demokratische Senatorin McCaskill, die wegen verschiedener Skandale Schwierigkeiten haben dürfte, bei den Wahlen am 6. November ihren Sitz zu verteidigen, nannte die Äußerungen Akins „ignorant“ und „beleidigend“. Dennoch sprach sie sich dafür aus, dass Akin seine Kandidatur aufrechterhält.

Bei den republikanischen Vorwahlen hatten Frau McCaskill und die Demokraten Akin massiv gegen dessen innerparteiliche Konkurrenten unterstützt, weil sie sich bessere Chancen ausrechneten, den Sitz gegen einen rechtskonservativen Republikaner verteidigen zu können als gegen einen gemäßigten Kandidaten.

Die Republikaner hatten bei den Kongresswahlen vom November 2010 wegen eines ähnlichen Falls die Gelegenheit versäumt, die Mehrheit im Senat zurückzuerobern. Damals hatte die von der rechtskonservativen „Tea Party“ unterstützte Kandidatin Christine O’Donnell in den Vorwahlen im Bundesstaat Delaware den gemäßigten Kandidaten - einen populären früheren Gouverneur des Bundesstaates - knapp geschlagen. Frau O’Donnell unterlag später bei den allgemeinen Wahlen dem demokratischen Kandidaten klar. Die Parteiführung der Republikaner will unter allen Umständen vermeiden, einen schon sicher geglaubten Sitzgewinn wieder aufs Spiel zu setzen.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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