In der zweiten Fernsehdebatte zwischen Präsident Obama und seinem Herausforderer Romney hat, wenn man den Blitzumfragen trauen darf, der Amtsinhaber einen deutlichen Punktsieg errungen. Umso rätselhafter bleibt der schwache Eindruck, den Obama in dem ersten „Duell“ hinterließ. Dieser unerwartete Erfolg gab Romney, der schon auf verlorenem Posten zu stehen schien, noch einmal gehörigen Auftrieb.
Man wird abwarten müssen, ob Obama diesen Trend nun brechen konnte. Doch vermutlich wird den Fernsehdebatten zu große Bedeutung beigemessen. Entscheidender dürfte sein, ob die Wähler Romney seine Neu-Positionierung abnehmen: Im Vorwahlkampf hatte er noch den rechten Republikanern nach dem Munde geredet; einmal nominiert, zielt er nun auf Mitte- und Wechselwähler sowie auf die Unentschiedenen, die er in der Handvoll entscheidender „swing states“ für den Sieg braucht.
Obama hängt eine vergleichsweise wenig erfolgreiche erste Amtszeit wie ein Mühlstein um den Hals; Romneys Handicap ist eine Wendigkeit, die an seiner Glaubwürdigkeit nagt.
ich habe das Duell selber gesehen
alois schneider (formal)
- 17.10.2012, 21:22 Uhr