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Amerika Bibo aus dem Wahlkampf halten

 ·  Die Produktionsfirma der „Sesamstraße“ hat die Demokraten aufgefordert, einen Wahlkampfspot mit der Figur „Bibo“ nicht mehr zu senden. Mitt Romney wird darin beschuldigt, Gelder für den öffentlichen Fernsehsender PBS kürzen zu wollen, der die Kindersendung ausstrahlt.

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© dpa Bibo (Vogel, Mitte)

Die Produzenten der Fernsehsendung „Sesamstraße“ haben den Wahlkampfstab von Präsident Barack Obama aufgefordert, die Figur Bibo aus der Kinderserie nicht länger für Wahlwerbespots gegen den republikanischen Herausforderer Mitt Romney zu verwenden. Auch Obama selbst hat in zahlreichen Reden seit der ersten Fernsehdebatte vom 3. Oktober immer wieder auf Romneys Forderung Bezug genommen, die Subventionen für die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender zu streichen. Die „Sesamstraße“ wird vom öffentlichen Fernsehsender PBS ausgestrahlt.

In der Debatte hatte Romney zwar seine Liebe zu dem im amerikanischen Original „Big Bird“ genannten gelben Riesenvogel bekannt, die Forderung nach einem Ende der 1967 unter dem demokratischen Präsidenten Lyndon B. Johnson eingeführten Steuersubvention für die Sender aber bekräftigt: „Ich werde nicht weiterhin Geld für Dinge ausgeben, um dafür Geld aus China leihen.“

Romney: Bibo kann auch ohne Subventionen leben

Obama, sein Wahlkampfstab und auch First Lady Michelle Obama versuchen seit Tagen, den „Angriff“ Romneys auf den Vogel Bibo politisch zu nutzen. In einem Wahlwerbespot Obamas heißt es sinngemäß, Romney mache sich zwar keine Sorgen wegen krimineller Machenschaften an der Wall Street, wohl aber wegen der „Sesamstraße“. Die gemeinnützige Produktionsfirma der „Sesamstraße“ ließ nun wissen, sie habe keine Wahlkampfspots mit der Figur Bibo genehmigt und den Stab Obamas gebeten, den Film abzusetzen. Die Sprecherin von Obamas Wahlkampfstab sagte, man werde die Bitte prüfen. Das gemeinnützige Unternehmen darf - anders als profitorientierte Privatfirmen - keine Kandidaten und Parteien unterstützen. Romney wies den Angriff Obamas mit den Worten zurück: „Der Präsident spricht darüber, Bibo zu retten. Ich werde darüber sprechen, Arbeitsplätze zu retten.“ Zudem versicherte Romney, die „Sesamstraße“ und Bibo würden auch ohne Subventionen gut leben können.

Dass die Streichung der vergleichsweise geringen Subventionen für PBS den amerikanischen Staatshaushalt sanieren würde, glaubt niemand. Andererseits ist die „Sesamstraße“ so erfolgreich, dass sie tatsächlich ohne Unterstützung der öffentlichen Hand auskommen würde. Die Produktionsfirma „Sesame Workshop“ verfügt über ein Guthaben von 289 Millionen Dollar und erzielt einen Jahresumsatz von 134 Millionen Dollar. Die direkten Subventionen belaufen sich auf acht Millionen Dollar jährlich. Der Chef des gemeinützigen Unternehmens „Sesame Workshop“, Gary Knell, bezieht ein Jahresgehalt von knapp 950.000 Dollar, während der Präsident der Sendergruppe PBS, Paul Kerger, auf ein Jahressalär von gut 630.000 Dollar kommt.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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